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Leder richtig reinigen und pflegen

Leder richtig reinigen und pflegen

Leder prägt als faszinierendes Naturmaterial die aktuelle Frühjahr/Sommer-Kollektion – nicht nur bei Accessoires wie Lederschuhen, Ledertaschen oder Ledergürteln. In dieser Saison kommen Sie nicht an Lederrock, -hose und sogar Lederbluse vorbei. Damit Sie möglichst lange viel Freude an Ihren Lederlieblingen haben, sollten Sie einige Pflegetipps beachten.

Wir haben die wichtigsten Fakten für Sie zusammengefasst.

  1. Lederarten
  2. Leder reinigen
  3. Flecken entfernen
  4. Leder pflegen
  5. Leder imprägnieren

1. Lederarten

Für die richtige Lederpflege müssen Sie Ihr Leder kennen. Es gibt drei Arten: Glattleder, Rauleder und Wildleder.

Glattleder

Glattleder stammt überwiegend vom Kalb, Rind oder Schwein und wird in offenporiges Leder und gedecktes Leder unterteilt.

Bei offenporigem Leder handelt es sich meist um sogenanntes Anilinleder. Es zeichnet sich durch offene Poren aus, wodurch es sehr natürlich wirkt. Allerdings ist bei dieser Lederart jeder Lederfehler sichtbar, was aber auch seinen ganz besonderen Charme haben kann.

Gedecktes Leder wird bei der Verarbeitung mit einer Pigmentierung versehen, wodurch es robust und wasserabweisend wird. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob glattes Leder offenporig oder gedeckt ist, hilft ein kleiner Test: Geben Sie an einer unauffälligen Stelle einen Tropfen Wasser auf das Leder. Zieht das Wasser sofort ein, handelt es sich um offenporiges Leder.

Glattleder
Glattleder (©Armastas/iStock/Getty Images Plus)

Rauleder

Rauleder
Wildleder (©duncan1890/iStock/Getty Images Plus)

Bei Rauleder unterscheidet man zwischen Nubuk- und Velourleder. Bei Velourleder ist die Innenseite (die sogenannte Fleischseite), bei Nubukleder ist die Oberseite geschliffen. Dieses Leder hat eine raue, samtige Oberfläche und sieht daher sehr edel aus. Allerdings ist die Oberfläche auch empfindlich. Rauleder ist kaum wasserresistent und Regen kann schnell eindringen. Daher sollten Sie Schuhe aus Rauleder möglichst nur bei trockenem Wetter tragen.

Wildleder

Wichtig: Rauleder und Wildleder sind nicht das Gleiche, obwohl im Sprachgebrauch beide Lederarten gleichgesetzt werden. Das ist aber falsch. Wildleder ist eine Unterkategorie von Rauleder. Wie es der Name erahnen lässt, stammt Wildleder von Wildtieren, beispielsweise vom Hirsch oder vom Wildschwein. Heute wird dieses Leder kaum mehr verwendet.

2. Leder reinigen

Wie Sie Leder schonend reinigen können, hängt entscheidend von der Lederart ab. Seien Sie vorsichtig bei Empfehlungen aus Internetforen, die gerne Hausmittel wie Milch vorschlagen, im Irrglauben, man könne Leder damit behandeln. Testen Sie Reinigungs- oder Pflegemittel immer auf einem verdeckten Bereich Ihrer Lederkleidung aus. So gehen Sie auf Nummer sicher.

 Lederreinigung
Lederreinigung (©Manuel-F-O/iStock/Getty Images Plus)

Glattleder reinigen

Glattleder können Sie in der Regel mit einem feuchten Tuch abwischen. Auch können Sie ein spezielles Lederreinigungsmittel verwenden, achten Sie dabei unbedingt auf die Pflegeanleitung des Herstellers. Bei Anilinleder ist besondere Sorgfalt geboten, falls das Leder nicht imprägniert und mit einer Schutzschicht versehen ist. Vermeiden Sie starkes Reiben, insbesondere bei Lederteilen im Materialmix.

Rauleder reinigen

Rauleder sollten Sie nicht mit Wasser reinigen. Wenn es nicht anders geht, verwenden Sie ein spezielles Reinigungsmittel für Nubuk- und Velourleder. Am besten ist jedoch: Staub und leichte Verschmutzungen mit einer speziellen Lederbürste  vorsichtig ausbürsten.

Pflegetipp von unserem Lederexperten Thomas Kiesel:

„Rauleder können Sie prima über heißem Wasserdampf auffrischen. Am besten das Lederstück vorher gründlich sauber bürsten, dann vorsichtig über heißen Wasserdampf halten. Aber Achtung: Auf gar keinen Fall dürfen Sie das mit Glattleder machen!“

Thomas Kiesel

3. Flecken entfernen

Flecken lassen sich am leichtesten aus Glattleder entfernen. Meist reicht es dabei aus, mit einem nassen Tuch drüberzuwischen. Bei Rauleder kann die Fleckenentfernung schon schwieriger werden. Ist das Malheur gerade erst passiert und der Fleck noch nass, sollten Sie schnell versuchen, mit einem Küchen- oder Taschentuch die Feuchtigkeit aufzutupfen.

4. Leder pflegen

Ihre Lieblinge aus Leder sollten Sie nach jeder Reinigung pflegen, damit das Material geschmeidig und strapazierfähig bleibt. Sonst kann es schnell hart und brüchig werden. Dafür eignen sich Schuhcreme, Wachs oder ein Pflegespray. Diese Lederpflegemittel sollten Sie im Haus haben:

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5. Leder imprägnieren

Neben einer guten Lederpflege können Sie auch durch Imprägnieren viel für eine lange Haltbarkeit und den Erhalt der typischen Ledereigenschaft Ihres Lieblingsstücks tun. Leder wird imprägniert, um das Material besser vor Witterungseinflüssen zu schützen. Das ist besonders bei Rauleder wichtig. Ganz leicht geht das Imprägnieren mit Imprägnierspray. Am besten machen Sie das im Freien. Beim ersten Mal sollten Sie die Prozedur gleich doppelt durchführen. Dazwischen gut trocknen lassen.

Leder ist elegant, hochwertig und immer ein Blickfang für einen starken Auftritt. Das hochwertige Material ist der Trend in dieser Saison – und mit unseren Pflegetipps halten Ihre Lederlieblinge viele, viele Jahre. Entdecken Sie noch mehr Pflegetipps in unseren Beiträgen zu Kaschmir, Seide und Baumwolle.