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Wie mein Garten zur Futterquelle für Bienen und Insekten wird

So verwandelt Simone Jacob ihren Garten in ein Bienen-Paradies. Die Lifestyle-Kolumne

Blumenkleider sind das Mode-Highlight des Sommers! Ich finde das wunderbar, denn so habe ich meine Blumenwiese immer dabei. Überhaupt liebe ich die Natur natürlich nicht nur auf Kleidern. Sie gibt mir, was ich oft nicht habe: RUHE.

Pflanzen lassen sich von Niemandem drängeln. Sie haben ihren eigenen, immer gleichen Rhythmus. Oft sehen sie lange nach nichts aus, bis sie plötzlich über Nacht in voller Blüte stehen. Sogleich werden sie von allen möglichem Insektenvolk liebevoll umschwärmt und umsummt. Großzügig geben sie ihren Nektar und machen sich auch nichts daraus, wenn ihre Pracht bald ein genauso jähes Ende wie ihr Blüte findet.

Pflanzen haben alle Eigenschaften, an denen ich schon mein Leben lang mehr oder weniger erfolgreich arbeite. Ich finde sie geduldig, gelassen, verschwenderisch großzügig und friedvoll.

Dieses Wunderwerk der Natur habe ich in meinem Vorstadt-Garten täglich vor Augen. Heute habe ich den ganzen Tag gebuddelt, gepflanzt und zurückgeschnitten. Der Rücken schmerzt, der Strohhut kratzt im Nacken, das T-Shirt verschwitzt, Dreck unter den Nägeln. Also eigentlich eine einzige Qual und trotzdem mache ich es immer wieder – sogar freiwillig. Denn Fakt ist, es macht mich glücklich auf allen Vieren zwischen meinen kleinen und großen Pflänzchen herum zu robben.

So verwandelt Simone Jacob ihren Garten in ein Bienen-Paradies.
(Foto: Simone Jacob, IG @simone_i_jacob)

Doch etwas ist anders in diesem Jahr. Von einer radikalen Unkraut-Vernichterin bin ich zu einer liebevollen Unkraut-Pflegerin geworden. Jedes Pflänzchen wird vorsichtig in Augenschein genommen und nicht auf Schönheit, sondern auf seinen Nutzen für Bienen, Spinnen, Schmetterlinge und all’ die anderen Insekten untersucht.

Folglich feiert der Löwenzahn dieses Jahr eine Party in meinem Garten. Das geschäftige Brummen und Summen in den gelben Blumenköpfen ist meine Belohnung. Ebenso dürfen Brennnessel, Taubnessel, Giersch und Wilde Möhre leben.

Aus Sicht der Insekten sind sie kein Unkraut, sondern einfach nur Nahrung. Selbst Kräuter, wie Salbei, Thymian, Bortsch oder Bohnenkraut begeistern nicht nur mich, sondern auch „meine“ Insekten.

„Meine Insekten“. Schön hört sich das an. Ich nenne sie so, denn inzwischen fühle mich ihnen verpflichtet. Sie sind meine Freunde und Freunde beschützt man.

So verwandelt Simone Jacob ihren Garten in ein Bienen-Paradies.
(Foto: Simone Jacob, IG @simone_i_jacob)

Das war nicht immer so. Als Kind fand ich Insekten eklig und es gab zu viele. Bei einer Fahrt über’s Land klatschten die Viecher zu Hunderten auf die Windschutzscheibe. Um etwas zu sehen, musste mein Vater oft schon nach wenigen Kilometern an die Tankstelle und den Insektenmatsch wegwaschen. Heute klatscht es nur noch selten – wenn überhaupt – was natürlich einiges über den Zustand der Insektenpopulation aussagt. Jahrelang wurden sie mit allen möglichen Mitteln bekämpft. Die Folgen sind dramatisch.

75 Prozent aller Fluginsekten sind in Deutschland nicht mehr existent. Insekten waren Ungeziefer und mussten vernichtet werden. Heute wissen glücklicherweise schon Vorschulkinder, dass Insekten für uns und unser Ökosystem überlebenswichtig sind. Kein Leben ohne sie. Die Obstbäume, Nagetiere, Vögel, Fische, der Mensch, wir alle brauchen die kleinen Zappeltierchen. Sie sind Pflanzenbestäuber, Schädlingsbekämpfer und Futter für andere Tiere.

Sterben die Insekten, sterben wir alle. Aber was kann ICH dagegen tun? Ich alleine nur wenig und trotzdem ist wenig mehr als nichts und wenn alle ein wenig tun, ist es am Ende doch viel?!

ICH jedenfalls, flitze in den Baumarkt und kaufe eine ganze Armee von Samentüten mit Pflanzen/Unkrautmischungen, deren Nektar speziell für Bienenvölker und andere Insekten ein Festessen verspricht. Voller Zuversicht und Freude widme ich einen Großteil meines Beetes den Insekten und säe ihr zukünftiges Futter aus.

Das Wort UN-Kraut streiche ich außerdem ab sofort aus meinem Wortschatz und ergänze es durch IN-Kraut das IN von INsekten ;-). Am Ende des Tages sinke ich seufzend aber beseelt, mit einem großen Glas Apfelsaftschorle in meinen Garten-Sessel.

Vielleicht haben auch Sie Lust, Ihren Garten durch die Augen von Insekten zu sehen und ein Plätzchen für sie einzurichten. Über weitere Anregungen, Ideen, Tipps rund ums IN-Kraut und Pro-Insekten freue ich mich.

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Simone Jacob im PETER HAHN Magazin
(Foto: Simone, IG @simone_i_jacob)

Simone Jacob
ist Autorin, Regisseurin, Weltreisende, Mutter, Bildhauerin, Model und noch vieles, vieles mehr. Sie hat sich in ihrem Leben mehrfach neu erfunden und ist damit eine Art Lifestyle-Künstlerin. In ihrer exklusiven Kolumne für das PETER HAHN Magazin möchte sie Frauen dazu inspirieren, das Leben zu nehmen, wie es kommt, dabei stets positiv zu denken und auch dem Thema Alter und Altern entspannt entgegen zu sehen. Dabei hat sie jede Menge Tipps und Tricks für die perfekte innere Ruhe und Ausgeglichenheit im Gepäck.