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Der internationale Weltfrauentag bei PETER HAHN

weltfrauentag peter hahn

Der Weltfrauentag steht dieses Jahr unter dem Motto #EachforEqual oder auf Deutsch „Jede*r für Gleichberechtigung“. Jeden Tag, jede Stunde können wir uns aktiv dafür entscheiden, Stereotypen infrage zu stellen, Vorurteile zu bekämpfen, die Wahrnehmung zu erweitern, Situationen zu verbessern und die Leistungen von Frauen zu feiern. Gemeinsam kann jede und jeder von uns dazu beitragen, eine geschlechtergerechte Welt zu schaffen.

Wir haben den Weltfrauentag zum Anlass genommen, um unsere Kolleginnen und Kollegen nach ihren Erfahrungen mit Vorurteilen, zu ihren Gedanken über Gleichberechtigung und nach ihrem Rollenverständnis zu befragen. Hier erzählen Sie Ihnen, mit welchen Vorurteilen sie konfrontiert waren und was sie getan haben, um daraus gestärkt hervorzugehen und für ein kleines Stück mehr Gleichberechtigung zu kämpfen.

#EachforEqual

Ich bin sehr dankbar für die Chancen, die ich hatte und für die Freiheit, mit der ich mein Leben gestalten kann. Das Leben von Frauen sieht in sehr vielen Teilen der Welt leider ganz anders aus. Durch meinen Job als Geschäftsführerin der Aid by Trade Foundation kann ich mich aber dafür einsetzen, dass das Leben für Frauen in Afrika ein Stück gerechter wird.

Viele afrikanische Frauen sind wahre Tausendsassas, sie erziehen die Kinder, sorgen für die ganze Familie und arbeiten sehr hart auf dem Feld. Dabei erfahren sie häufig Diskriminierung und Ungerechtigkeit. Die Genderprojekte von Cotton made in Africa verhelfen vielen Frauen in Afrika zu mehr Anerkennung in der Gesellschaft, zu finanzieller Unabhängigkeit und mehr Respekt. Auf diesen Erfolg bin ich stolz und sie motivieren mich und meine Kollegen jeden Tag auf Neue für unsere Arbeit.

Tina Stridde, Aid by Trade Foundation

#EachforEqual

Ehrlich gesagt, kamen und kommen alle Vorurteile denen ich begegne selten von Männern sondern von Frauen. Der Kampf um Gleichberechtigung scheint auch unter uns Frauen angekommen zu sein. Oder ist das seit jeher so? Immer wieder begegnen mir Geschichten aus unterschiedlichsten Epochen, in denen sich Frauen gegenseitig das Leben schwer machen und all ihre Kraft und Energie darauf verwenden sich zu verletzen während oft die Männer dieser Welt an ihnen vorbeiziehen.

Neverending Story. Leider.

Sollten wir es nicht besser wissen? Wir predigen Gleichberechtigung und Schulterschluss, gegenseitige Unterstützung und Empowerment und leben doch von all diesen Statements oft nicht ein einziges davon. Wir Frauen sind einzigartig. Vielschichtig und individuell wie es besser gar nicht geht. Wir rocken so viel. Wir halten so viel aus. Wir sind wunderbar! Mein Statement per Gleichberechtigung ist deshalb eine Bitte an uns Frauen: Lasst uns so annehmen wir jede von uns ist. Individuell und vielschichtig. Nur wenn wir aufhören uns gegenseitig zu beneiden und Knüppel zwischen die Beine zu werfen, können wir wirklich etwas bewegen. Und zwar nicht gegen andere Geschlechter sondern nur miteinander!

Anja Frankenhäuser, Bloggerin

#EachforEqual

Für mich ist essentiell, dass Frauen und vor allem jungen Mädchen die gleichen Möglichkeiten haben wie das andere Geschlecht. Meiner Mutter war es immer wichtig, dass ihrer Tochter alle Türen offen stehen – Türen, die ihr als Mädchen einer Generation zuvor noch verschlossen waren. Heute ist Gleichberechtigung in Deutschland auf dem Papier oft vorhanden – aber in der Realität herrschen leider noch viele Vorurteile.

Hand aufs Herz: Wie viele Männer kennt ihr, die mehr als zwei Monate Elternzeit nehmen oder Paare, bei denen die Frau gleich viel oder mehr verdient als der Mann? Wie viele Bücher und Filme gibt es, in denen Frauen die Hauptrolle spielen? Welche Spielsachen werden für Mädchen angeboten und welche für Jungen? So lange diese und andere Ungleichheiten herrschen, sind wir von Gleichberechtigung noch weit entfernt. Aber nicht nur der Gesetzgeber muss mehr tun, auch wir selbst können einen positiven Beitrag leisten, in dem wir uns gegenseitig unterstützen.

Ich selbst habe die Patenschaft für ein Mädchen übernommen, das aus Eritrea nach Deutschland geflüchtet ist. Dort ist sie nur kurz zur Schule gegangen – nun hat sie die Möglichkeit, einen Schulabschluss zu erwerben und eine Ausbildung zu beginnen. Also machen wir gemeinsam Hausaufgaben oder unternehmen zusammen etwas.

Daher ist mein Appell an alle: nur gemeinsam können wir etwas erreichen – unterstützt euch gegenseitig!

Patrizia Strupp, PETER HAHN

#EachforEqual

Der Weltfrauentag wurde vor über 100 Jahren ins Leben gerufen, zur Gleichberechtigung der Frau, Emanzipation der Arbeiterinnen und für das Wahlrecht der Frauen.

Ich persönlich habe zu keiner Zeit mit dem Thema Gleichberechtigung kämpfen müssen, so z. b. auch nicht in beruflichen Belangen:

Influencer ist ja nicht mein eigentlicher Beruf. Ich war sehr lange & erfolgreich in einem Beruf tätig, in dem es damals prozentual weitaus mehr Männer gab. Frauenquote usw. waren damals noch lange keine Thema. Ich als Frau möchte doch – in der Bezug auf den Job – diesen nicht bekommen, weil ich die Quotenfrau bin, sondern weil ich mit meinem Gesamtpaket überzeuge, vor allen Dingen wegen meiner fachlichen Kompetenz und dem Know-how.

Simone Adams, Bloggerin

#EachforEqual

Gleichberechtigung ist auch 2020 eine Illusion. Frauen in der Chefetage sind eine Seltenheit. Nicht selten ist es mir so ergangen, dass, egal wie kompetent, die älteren Herren aus der Chefetage, zuerst das „kleine naive Blondchen“ gesehen und es enorm viel Mühe kostet, sich zu beweisen.

Wir brauchen mutige Frauen, auch jenseits des Middle-Managements, die als Vorbilder und Mentoren dienen.

Andrea Breyer, Außenhandelsvereinigung d. deutschen Einzelhandels e.V.

#EachforEqual

Starke Frauen sind leicht zu erkennen.

Sie bauen sich gegenseitig auf, anstatt sich gegenseitig fertig zu machen.

Sabrina Geckeler (links) und Ute Beck (rechts), treuer Lieferant

#EachforEqual

Ich schaue selten nach hinten, für mich zählt der Blick nach vorne. Was mich zur Zeit brennend interessiert, ist Ageism in der Mode- und Kosmetikbranche. Altersdiskriminierung ist nach wie vor ein großes Thema. Es heißt immer, dass versucht wird, Schönheitsideale zu ändern – im realen Leben finde ich dafür nicht viele Beweise. Das Thema Diversity ist in den Bereichen Mode und Kosmetik viel zu wenig vertreten. In der letzten Zeit gibt es zwar immer mehr Models verschiedener Herkunft (Tendenz zum Glück steigend) – Models im höheren Alter hingegen sind nach wie vor die große Ausnahme.

Was ich dagegen mache? Ich feiere es, über 50 zu sein. Mit meinem Blog BeFifty, in dem ich Tipps zu den Themen  Mode, Travel und Beauty teile. Alt, unsichtbar, nicht mehr attraktiv? Ich möchte beweisen: Wir gehören noch lange nicht zum alten Eisen!

Und ich rede über Tabus. Am Weltfrauentag am 8. März wird der Dokumentarfilm „Was sie schon immer über Frauen wissen wollten“ ausgestrahlt. In der Doku einer Grimme-Preisträgerin erzähle ich entspannt über die Wechseljahre und zeige, dass es auch mit 53 keinen Grund gibt, die Füße still zu halten. Schaut unbedingt rein! Ich persönlich liebe mein aktuelles Alter. „The Change“ ist das englische Wort für Wechseljahre und das gefällt mir, weil es nach Aufbruch klingt.

Beate Finken, Bloggerin

#EachforEqual

Ich habe schon mit 16 angefangen nebenberuflich zu Modeln. Ich kann mich noch gut erinnern, dass damals der Erfolgsdruck bezüglich Model Maße sehr hoch war und man sich ständig mit anderen verglichen hat. Junge Models untereinander und auch Agenturchefs können manchmal seelisch sehr grausam sein… da reichen manchmal nur kleine Sticheleien oder ein Kommentar wie z. B.: „Hast du zugenommen“ oder „das Kleid passt dir nicht…“ und man ist tagelang down, nimmt sich alles zu Herzen, isst plötzlich nichts mehr etc… Da lobe ich mein jetziges Model- und Influencer-dasein! Denn man ist einfach wie man ist. Entweder die Kunden, Follower, Betrachter etc. mögen das so oder eben nicht. Ich gehe mit meinen knapp über 40 Jahren damit 1000-mal gelassener um als damals. Und diese Zufriedenheit strahle ich jetzt auch vielmehr aus. Als Mutter mit zwei Kindern muss man sich sowieso nichts mehr beweisen und es haut einen nichts mehr so schnell um. Ich bin mit mir und allen Makeln völlig im Reinen… was natürlich nicht heißt, dass ich immer mit mir zufrieden bin. Aber ich habe einfach meist ein gutes Gefühl und das möchte ich gerne weitergeben!

Nach meinem Immobilienwirtschafts- Studium habe ich auch lange Zeit als Bankerin gearbeitet bei einer sehr renommierten Bank. Dort hatte ich fast nur männliche Kollegen um mich herum. Das war schon witzig, weil ich immer ganz genau wusste, die verdienen viel mehr als ich und machen den gleichen Job bei doppeltem Gockel-Gehabe… Auch da habe ich versucht drüber zu stehen, (was aber nicht immer leicht war…) und mich nicht anstecken zu lassen. Ich denke, Männer und Frauen gehen mit Erfolgen einfach ganz unterschiedlich um. Aber auch innerhalb der Geschlechter gibt es einfach gravierende Unterschiede. Die einen tragen es gerne nach außen, die anderen schweigen und genießen. Die Menschen Sind einfach unterschiedlich und ich finde, dass der Weltfrauentag auch dafür da sein sollte, jeden so zu akzeptieren wie er nun mal ist. Für mich ist das wichtigste, dass man das Herz an der richtigen Stelle hat. Das macht automatisch tolerant.

Nicole Lange, Bloggerin

#EachforEqual

Es sind nicht nur greifbare Vorurteile mit denen Frauen konfrontiert sind, sondern immer auch noch gesellschaftliche Narrative, die überwunden werden müssen. Daher ist es dringender denn je dass jede, jeder, wir alle gemeinsam zu einer (Geschlechter)gerechten Welt und vor allem Chancengleichheit beitragen.

Franziska Dormann, Global Organic Textile Standard