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Lasst uns bunt, lebensfroh und sichtbar bleiben!

Texterella-Kolumne: Sichtbar bleiben als Frau über 50 - warum das so wichtig ist

(Foto: Susanne, IG: @textelle und Martina, IG: @stillsparkling_50plus)

Als ich in meinen frühen Vierzigern zum ersten Mal mit dem Thema „Ab 50 werden Frauen unsichtbar“ konfrontiert wurde, dachte ich noch: Was für ein Unsinn! Ich und unsichtbar? Niemals!

Heute bin ich 57 und musste in den letzten Jahren feststellen: Es ist wahr. Leider. Bereits ab 45 werden Frauen in der Gesellschaft nicht nur immer weniger wahrgenommen, sie kommen auch weniger vor. Ob Kultur, Wirtschaft, Mode, Medien – wir Frauen in unserer zweiten Lebenshälfte werden tatsächlich unsichtbar. Als würden wir langsam, aber sicher verblassen … bis wir irgendwann verschwunden sind.

Während Männer ab 50 karrieremäßig auf der Überholspur sind, stoßen Frauen genau dann an gläserne Decken.

Nicht besser ist es im Kulturbereich: George Clooney oder Brad Pitt gehören mit Ende 50/Anfang 60 in Hollywood immer noch zu den begehrtesten und bestbezahlten Schauspielern – erfolgreiche Schauspielerinnen in diesem Alter muss man hingegen mit der Lupe suchen. Dass bei der diesjährigen Oscar-Verleihung mit Michelle Yeoh und Jamie Lee Curtis, beide über 60, auch Frauen in „höherem“ Alter gewürdigt wurden, ist sehr erfreulich – bleibt zu hoffen, dass dies kein einmaliges Statement war. Und in der Werbung? Stehen selbst für Produkte, die für Frauen erst später in ihrem Leben überhaupt interessant oder bezahlbar sind, jüngere Models vor der Kamera. Absurd, ja, aber so ist es nun mal.

Es gibt unzählige Beispiele, wo Frauen in Gesellschaft, Wirtschaft sowie Kunst und Kultur nicht mehr vorkommen. Altersdiskriminierung oder auch „Age Shaming“ nennt man dieses Phänomen, das – seit auch wir Boomer-Frauen in dieser Lebensphase angekommen sind – einen negativen Höhepunkt erreichen dürfte. Eigentlich ist es wirklich unglaublich, dass wir Frauen, die wir älter als 56 sind und rund 20 Prozent der deutschen Gesamtbevölkerung* ausmachen – aus der öffentlichen Wahrnehmung einfach verschwinden …

Die gute Nachricht ist: Wir Frauen müssen uns damit nicht abfinden.

Wir können aktiv etwas dagegen tun!

Erstmal unser eigenes „Mind-set“ ändern und uns eben nicht sogar freiwillig in die zweite Reihe stellen – weil wir denken, wir wären für Vorhaben, Träume und Pläne schon zu alt. Zweitens können wir Frauen uns gegenseitig unterstützen und bestärken – idealerweise sogar generationenübergreifend. Und last but not least: Es gibt keinen Grund, sich zu verstecken! Ja, unsere Figur ist vermutlich nicht mehr so straff wie mit Anfang 30, wir haben ein paar (oder auch ein paar mehr) weiße Strähnen im Haar und Lachfalten im Gesicht! Aber hey, das wiegen wir doch glatt mit Lebenserfahrung und Gelassenheit auf.

Texterella: Sichtbar bleiben als Frau über 50 - so gehts!
Blazer von BASLER, Art.-Nr. 100470,
Shirt von PETER HAHN, Art.-Nr. 936669,
Hose von PETER HAHN, Art.-Nr. 601283,
Tasche von AIGNER (ähnlich), Art.-Nr. 303483,
Sandalette von BIBI LOU, Art.-Nr. 303055.
(Foto: Susanne, IG: @textelle und Martina, IG: @stillsparkling_50plus)

Lasst uns bunt und mutig und lebensfroh älter werden!

Und die Frauen unserer Generation (und darüber!) sichtbar machen. Seien wir ein Vorbild für jüngere Frauen, damit es keine Ausnahme bleibt, wenn Frauen mit über 60 einen Oscar bekommen. Damit Frauen mit über 50 endlich dort ankommen, wo sie schon lange hingehören: in den Vorstandsetagen, im Top-Management, in wichtigen Positionen in Kunst, Kultur und Medien, überhaupt überall dort, wo wichtige Entscheidungen getroffen werden. Und damit Werbung für „reifere Haut“ endlich mit Models gemacht wird, die auch tatsächlich „reifer“ sind!

Sich mit 50, 60 oder älter in farbenfroher Kleidung zu zeigen, kann dieses gesellschaftspolitische Problem sicher nicht im Alleingang lösen – aber ein Anfang ist es allemal und ein Zeichen setzt es auch. Spaß macht’s übrigens obendrein.

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*Statista: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1131350/umfrage/bevoelkerung-nach-geschlecht-und-generation/

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Susanne Ackstaller alias Texterella stellt sich vor.
Foto: Susanne, IG @textelle und Martina Klein, IG @stillsparkling_50plus)

Susanne Ackstaller alias Texterella
ist Autorin, Texterin, Kolumnistin und seit 2009 die Bloggerin hinter texterella.de. Viele Jahre ihres Lebens hat sie damit verbracht, mit ihrer Figur zu hadern, und damit, dass sie nicht in sogenannte „Normalgrößen“ passte, weil sie dafür zu dick war. Geändert hat sich ihre Haltung erst, als ihr klar wurde, wie viel wertvolle Lebenszeit sie dem Thema Figur widmete und wie oft sie deswegen unzufrieden war – anstatt ihr Leben zu genießen. Im PETER HAHN Magazin erzählt sie, wie sie lernte, ihren Körper zu akzeptieren und sich samt ihrer Pfunde zu lieben. Tipps zum Thema Styling in großen Größen gibt es natürlich auch.