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Face-Yoga! Die Zauber-Gymnastik für ein jüngeres Gesicht

Beim Fitness-Training dachten wir bisher nur an unsere Problemzonen: Bauch, Beine, Po und Brust. Mit Face-Yoga wurde nun auch unser Gesicht entdeckt. Mein Einstieg ins Face-Yoga – lange bevor ich davon wusste – waren meine morgendlichen Tränensäcke. Klingt nicht schön und sieht nicht schön aus.

Als Model geht es oft sehr früh in die Maske. Gegen fünf Uhr ist nicht ungewöhnlich. Wenn man wie ich über 50 ist, reagiert das Gesicht zu dieser morgendlichen Unzeit gerne beleidigt. Ich hatte bereits Cremes gegen Tränensäcke ausprobiert. Sie funktionieren leider nicht in Kombination mit anderen Cremes und Make-up, da man damit den ganzen straffenden Effekt wieder weg rubbelt. Eine Operation kam für mich nicht in Frage. Also, was tun?

Jeden Muskel in meinem Körper kann ich trainieren, warum nicht auch die in meinem Gesicht?!

Unsere Mimik funktioniert schließlich nur mit deren Einsatz. Ich stellte mir vor, wie ich die Tränensäcke mit meinen Gesichtsmuskeln wie nasse Kissen auspressen würde. Wäre das nicht großartig?!

Simone Jacob erzählt von Ihren Erfahrungen mit Face-Yoga und den erstaunlichen Ergebnissen der Anti-Aging-Gymnastik.
(Foto: Simone, IG @simone_i_jacob)

Vor dem Spiegel machte ich Grimassen und versuchte meine Gesichtsmuskeln, bzw. das, was ich dafür hielt, in alle nur erdenklichen Richtungen zu verziehen und anzuspannen. Es fühlte sich ein bisschen an wie Body-Building. Anfangs war es total ungewohnt. Ich hatte überhaupt kein Gefühl für meine Gesichtsmuskulatur. Doch ich gab nicht auf. Anspannen, entspannen, anspannen.

Bald konnte ich einzelne Muskeln ansteuern und aktivieren. Ich konnte sehen, wie sie ein bisschen größer wurden und sich unter der Haut aufbauten. Und dann endlich, fand ich die entscheidende Grimasse. Ich musste meinen Mund zu einem „O“ nach unten aufziehen und dabei die Augen leicht zukneifen. Das mehrmals hintereinander. Meine Tränensäcke wurden regelrecht platt gedrückt.

Face-Yoga wurde 2006 von der Japanerin Fumiko Takatsu erfunden.

Sie baute auf den Prinzipien des Hatha Yoga auf. Das gezielte Training der Mikromuskeln im Gesicht soll Volumen aufbauen und somit feine Fältchen glätten. Zudem wird der Lymphfluss angeregt und die Haut durchblutet. Der Teint wirkt somit insgesamt frischer, die Haut praller.

Diesen Anti-Aging-Effekt gibt es kostenfrei, ohne Spritzen und Operation. Nur zwei bis fünf Minuten tägliches Üben müssen investiert werden.

Mit der Zeit erweiterte ich mein Training auch auf andere Gesichtsmuskelbereiche. Ich finde mein Gesicht, das von Natur aus sehr schlank ist, wirkt jetzt etwas aufgepolsterter. Und das auf ganz natürliche Weise. Ohne Botox, Hyaluron oder OP. Dafür lohnt sich doch das bisschen Training.

Eine kleine Warnung noch: Face-Yoga ist nichts für zarte Gemüter, denn die Grimassen die man zieht, können ziemlich bescheuert aussehen. Am besten üben Sie im stillen Kämmerchen oder gemeinsam mit einer Face-Yoga-Community. Vielleicht ist es auch keine gute Idee, Ihre Face-Yoga-Fähigkeiten gleich beim ersten Date vorzuführen. Es könnte sonst das letzte gewesen sein. 😉

Ich bin ganz klar ein Face-Yoga Fan, auch wenn ich es lieber Face-Gymnastik nenne. Das klingt nicht so elitär und deshalb für mich richtig. Denn jeder kann es machen. Dazu muss man nicht erleuchtet sein oder tief in den Bauch ein- und ausatmen. Man muss einfach nur konzentriert üben.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß dabei, das geheime Leben Ihrer Gesichtsmuskulatur zu entdecken und freue mich, wenn Sie mir von Ihren Erfahrungen berichten.

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Simone Jacob im PETER HAHN Magazin

Simone Jacob
ist Autorin, Regisseurin, Weltreisende, Mutter, Bildhauerin, Model und noch vieles, vieles mehr. Sie hat sich in ihrem Leben mehrfach neu erfunden und ist damit eine Art Lifestyle-Künstlerin. In ihrer exklusiven Kolumne für das PETER HAHN Magazin möchte sie Frauen dazu inspirieren, das Leben zu nehmen, wie es kommt, dabei stets positiv zu denken und auch dem Thema Alter und Altern entspannt entgegen zu sehen. Dabei hat sie jede Menge Tipps und Tricks für die perfekte innere Ruhe und Ausgeglichenheit im Gepäck.