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Dick – na und? Ein Plädoyer für mehr Selbstliebe und Lust auf Mode!

(Foto: IG @textelle)

Pummelig war ich immer schon und es wäre gelogen, dass mich das nie gestört hätte, dass ich nie schlanker hätte sein wollen. So schlank wie andere, die mit ihrer Größe 38 in all die Kleider hineinpassten, die auch ich so gerne getragen hätte. Ach, es war ein Kreuz mit meiner 44, die sich in meinen Vierzigern dann noch zu einer Größe 48 auswuchs. Diese vermaledeiten Hormone aber auch! Was mich aber noch mehr frustete als meine Kilos war das Angebot an Plussize-Mode: Gefühlt hatte ich die Wahl zwischen dunkelblauen Tuniken und dunkelgrauen Tuniken. Dazu eine Schlupfhose, mit etwas Glück war sie nicht aus Jersey, sondern aus Denim. Sicher war man damit irgendwie angezogen. Aber das war es dann auch schon. Gut und stilvoll gekleidet war anders – zumal wenn man, wie ich, gerne experimentierte und auch mal extravaganter unterwegs sein wollte.  

Susanne Ackstaller alias Texterella plädiert im PETER HAHN Magazin für mehr Selbstliebe.
(Fotos: Susanne, IG @textelle und Martina, IG @stillsparkling_50plus, karayuschij / iStock / Ghetty Images Plus, wernerimages / iStock / Ghetty Images Plus)

Etwa zur selben Zeit begann ich auf texterella.de zu bloggen. Durch den Austausch mit meinen Leserinnen merkte ich: Ich war nicht alleine. Da draußen gab es jede Menge andere Frauen, die genauso nach schicker Plussize-Mode „hungerten“ wie ich. Und die sich ärgerten, dass es Modefirmen offenbar kein bisschen kümmerte, dass die deutsche Durchschnittsgröße die 44 ist – und nicht etwa eine 36/38. Dennoch war die Zeit offenbar reif für Veränderungen. Mit Body Positivity, Diversity und Selbstliebe wurden in den Medien plötzlich Themen diskutiert, die aufzeigten, dass die genormten Schönheitsideale der letzten Jahrzehnte ausgedient hatten. Zugleich kamen immer mehr Modelabels für größere Größen auf den Markt, die nur noch selten nach Tuniken und Schlupfhosen aussahen – sondern chic, lebensfroh und gerne mal ausgefallen.

Auch in mir selbst hatte sich etwas verändert: Mir wurde immer stärker bewusst, wie unzufrieden, geradezu unglücklich mich der ständige Vergleich mit anderen, schlankeren Frauen machte. Und wie leid ich es war, meinen Körper an die verfügbare Mode anzupassen – anstatt die Mode an meinen Körper. Vor allem wollte ich keine wertvolle Lebenszeit mehr auf das Dauerthema Figur verschwenden! Sondern mein Leben genießen! Und mich endlich mit meinen Rundungen aussöhnen.

Susanne Ackstaller alias Texterella plädiert im PETER HAHN Magazin für mehr Selbstliebe.
(Fotos: Susanne, IG @textelle und Martina IG @stillsparkling_50plus, franconiaphoto / iStock / Ghetty Images Plus, Povareshka / iStock / Ghetty Images Plus)

Heute bin ich mit mir und meiner Figur im Reinen (und träume nur noch ganz selten davon, 20 Kilo leichter zu sein). Denn heute weiß ich: Ausstrahlung hat nichts mit der Figur zu tun – sondern mit Zufriedenheit, Lebensfreude und Selbstliebe. Auch mit einer Kleidergröße jenseits der 38 können wir Frauen großartig aussehen und toll gekleidet sein. Und wir können Spaß an der Mode haben! Genau das ist zu meiner persönlichen Botschaft an die vielen Frauen mit „mehr Figur“ geworden und genau darüber werde ich auch hier im Magazin von PETER HAHN schreiben. Ich will Frauen, die größere Kleidergrößen tragen, Lust auf Mode machen und ihnen zeigen: Stil ist keine Frage der Kleidergröße. Ich will Mut machen und einladen: Neues zu wagen, sich auszuprobieren und die modische Komfortzone (aus lockeren Tops, Tuniken und Bequemhosen) zu verlassen.  

Haben Sie Lust darauf? Ich freue mich auf Sie!