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Lederarten – für jeden Zweck das passende Leder

Diese Lederarten gibt es
(Foto: Volodymyr Shtun / iStock / GettyImagesPlus)

Leder wird zunächst in zwei große Gruppen unterteilt: in Glatt- und in Rauleder. Glattleder stammt überwiegend vom Kalb, Rind oder Schwein und lässt sich wiederum untergliedern in offenporiges Leder und gedecktes Leder. Offenporiges Leder wirkt sehr natürlich, allerdings sind Unebenheiten und Schäden oft sichtbar, weshalb das Leder vor der Weiterverarbeitung genau ausgewählt werden muss. Das gedeckte Leder zeichnet sich vor allem durch seine Robustheit und wasserabweisenden Eigenschaften aus. Rauleder hat – wie der Name schon sagt – eine raue und samtige Oberfläche, die allerdings kaum wasserresistent ist. Bei Rauleder wird in Nubuk- und Veloursleder unterschieden. Während Veloursleder eine geschliffene Innenseite aufweist, ist beim Nubukleder die Oberseite geglättet. Daneben gibt es noch eine Vielzahl weiterer Lederarten. Wir möchten kurz diejenigen vorstellen, die uns im täglichen Leben am Häufigsten begegnen.

Nappaleder

Diese Lederarten gibt es: So sieht Nappaleder aus
Nappaleder.
(Foto: Miroslav Boskov / iStock / GettyImagesPlus)

Diese Lederart stammt von Rind, Pferd, Schaf, Ziege oder Schwein und bezeichnet im Grunde genommen weiches Leder aus verschiedenen Tierhäuten. Nappaleder ist ein vollnarbiges Glattleder, bei dem die natürliche Narbung der Haut sichtbar ist. Es fühlt sich weich und griffig an und ist besonders elastisch, weshalb es gerne für die Herstellung von Geldbeuteln verwendet wird. Seine Unempfindlichkeit gegenüber Schmutz und Nässe erhält Nappaleder durch den Verschluss der Hautporen mit vielen hauchdünnen Schichten. Es wird chromgegerbt und stets vollständig durchgefärbt.

Anilinleder

Diese Lederarten gibt es: So sieht Anilinleder aus
Anilinleder.
(Foto: nito100 / iStock / GettyImagesPlus)

Anilinleder ist ein mit löslichen, transparenten Farbstoffen gefärbtes Glattleder mit einer wachsigen, matten Oberfläche. Beim Anilinleder liegt die Narbenoberfläche frei und die natürliche Beschaffenheit des Hautmaterials lässt sich erkennen. Seinen Namen erhielt diese Lederart durch den aus Teer gewonnen Farbstoff, der früher für die Färbung des Leders verwendet und heutzutage durch weniger gesundheitsschädliche Farben ersetzt wurde. Leider ist Anilinleder sehr anfällig für Schmutz und bleicht zudem durch Sonnenlicht aus. Außerdem kommen für Anilinleder nur absolut makellose Häute infrage, weshalb es in der Regel dementsprechend teuer ist. Anilinleder kann allerdings sehr vielseitig eingesetzt werden, unter anderem für Möbel, Taschen, Schuhe oder Kleidung.

Chamois

Diese Lederarten gibt es: So sieht Chamois Leder aus
Chamois-Leder.
(Foto: Surovtseva / iStock / GettyImagesPlus)

Für diese Lederart wird die Haut von Ziegen oder Gämsen verwendet. Chamois ist ein Rauleder, das mit Tran gegerbt wird, einem aus Seetieren gewonnenen Öl. Es fühlt sich sehr geschmeidig an und ist zudem winddicht und schweißbeständig. Verwendet wird Chamois vor allem für Trachten, aber auch für Putzlappen und vieles andere.

Glacéleder

Glacéleder stammt häufig von jungen Ziegen und wird auch als „glänzendes Glattleder“ bezeichnet. Durch intensives Äschern – also die Zugabe von Kalk und Schwefelverbindungen zur Entfernung der Haare – sowie durch Beizen und eine spezielle Gerbung wird dieses Leder besonders weich und dehnbar. Glacéleder ist meist weiß und wird vor allem für edle Handschuhe verwendet, die sprichwörtlich bekannten „Glacéhandschuhe“. Ein großer Vorteil des Glacéleders liegt übrigens in seiner guten Waschbarkeit.

Juchtenleder

Bei dieser Lederart handelt es sich um Kalbs- oder Rindsleder, das sehr geschmeidig und wasserdicht ist. Früher wurde Juchtenleder mit Weidenrinde gegerbt und mit Birkenteeröl imprägniert. Dadurch erhielt es seinen speziellen, rauchigen Duft. Neben seiner Wasserfestigkeit hat Juchtenleder den Vorteil, dass es bei niedrigen Temperaturen warmhält und bei hohen Temperaturen kühlt. Verwendet wird es deshalb unter anderem für Schuhe, aber auch für Bucheinbände, Geldbeutel, Taschen oder Sattel.

Lackleder

Diese Lederarten gibt es: So sieht Lackleder aus
Lackleder.
(Foto: Svetlanais / iStock / GettyImagesPlus)

Lackleder kann aus allen Tierhäuten hergestellt werden. Es ist ein narbenfreies Leder, das chromgegerbt und im Anschluss mit einer Kunststoffschicht überzogen wird – so kommt es zu seiner besonders glatten und glänzenden Oberfläche. Zudem zeichnet sich Lackleder dadurch aus, dass es fest, wasserdicht und leicht zu reinigen ist. Verwendung findet diese Art von Leder vor allem für Schuhe, wir aber gerne auch für Mützen, Kappen, Geldbeutel, Handtaschen oder Kleidung eingesetzt.

Veloursleder

Diese Lederarten gibt es: So sieht Veloursleder aus
Veloursleder.
(Foto: Chinnapong / iStock / GettyImagesPlus)

Veloursleder zeichnet sich insbesondere durch seine samtige und weiche Oberfläche aus, die durch einen Feinschliff der Lederhaut entsteht. Zudem ist Veloursleder durch seine Offenporigkeit besonders atmungsaktiv und wird deshalb vor allem für Turnschuhe und Arbeitshandschuhe verwendet. Umgangssprachlich bezeichnet man Veloursleder fälschlich häufig auch als „Wildleder“, wahrscheinlich wegen seiner natürlichen, etwas unregelmäßigen Optik.

Wildleder

Diese Lederarten gibt es: So sieht Wildleder aus
Wildleder.
(Foto: Mr_Jamsey / E+)

Unter Wildleder versteht man sämtliches Leder, das von wild lebenden Tieren, wie zum Beispiel Hirschen, Rentieren, Kängurus oder Elchen stammt. In der Regel leben diese Tiere heutzutage allerdings nicht mehr in der Wildnis, sondern werden in Gehegen gehalten. Häufig wird Wildleder mit Tran gegerbt und die Narbenstruktur vollständig abgeschliffen. Wildleder dient vor allem zur Herstellung von Kleidung, Taschen und Schuhen.

Kunstleder

Diese Lederarten gibt es: So sieht Kunstleder aus
Kunstleder.
(Foto: Finn / iStock / GettyImagesPlus)

Beim Kunstleder handelt es sich streng genommen nicht um eine Lederart, sondern um ein Lederimitat. Die Herstellung erfolgt aus Kunststoffen oder auf Pflanzenbasis. Besonders Kunstleder auf Pflanzenbasis wird immer beliebter, da es sich dabei – wie bei Echtleder auch – um ein Naturprodukt handelt, das zudem auch noch vegan ist. Zu dieser Art von Kunstleder zählen zum Beispiel das auf Seetang basierende „ozeanische Leder“, das Korkleder oder das sogenannte „Ananasleder“, welches aus den Zellulosefasern der Ananasblätter gewonnen wird. Verwendung findet Kunstleder in fast allen Bereichen, in denen auch „echtes“ Leder verwendet wird, also beispielsweise für die Herstellung von Schuhen, Kleidung und Möbeln.

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2 comments

  1. Hallo aus Köln!!! Colonia/Cologne

    Vielen Dank für die sehr gute Beschreibung!!!!

    Wieder was gelernt!!!!!

    Werner Mülbüsch/Köln-Lindweiler

    LG

    1. Lieber Herr Mülbüsch, es freut uns wirklich sehr, dass Ihnen unser Beitrag zu den verschiedenen Lederarten gefallen hat :). Liebe Grüße, Ihr PETER HAHN Redaktionsteam.