21.April 2016

Zucker macht schön

Ja, Sie haben richtig gelesen! Auch, wenn man es kaum glauben kann, weil die süßen Kristalle ja einen denkbar schlechten Ruf haben und zwar, Falten zu machen und sich auf die Hüfte zu legen. Allerdings können sie auch ganz anders – und zwar wenn es um Beauty-Anwendungen geht.

Süße Pflege-News

Sogar unsere Haut enthält schon viele Zucker-Kombinationen. Die binden dort Feuchtigkeit, liefern Energie für den Stoffwechsel und stabilisieren das Bindegewebe.

Den Sweet-Beauty-Effekt nutzen mittlerweile auch Anti-Age-Gesichtscremes, z. B. „Liftactiv Suprême Tagespflege“, Vichy (50 ml, ca. 23. €, in Apotheken). Ihr Inhaltsstoff Einfachzucker Rhamnose regt ganz gezielt die Bildung elastischer Fasern im Bindegewebe an und sorgt so, bei regelmäßiger Anwendung, für einen leichten Straff-Effekt. In Gesichts-Masken beruhigen Rhamnose Polysaccharide irritierte Haut und machen den Teint ebenmäßiger (z. B. „Meso-Mask“ von Filorga, 50 ml, ca. 46 €).

Auch für Handcremes setzen Beautyfirmen jetzt vermehrt auf Zucker, weil er eine Schutzschicht bildet, die verhindert, dass die Haut austrocknet (z. B. „Marbert Perfect Hands Nourishing Handcream“ mit Zucker-Extrakt, 100 ml, ca. 8 €).

Die Frisur sitzt – natürlich dank Zucker

Die Methode, Haare mit Zucker zu festigen, ist nicht neu. Eine ganze Generation brachte damit in den 40er-Jahren Frisuren in die gewünschte Form. In vielen Bio-Styling-Produkten ersetzen Zuckertenside mittlerweile umstrittene Kunststoffpolymere. Im Gegensatz zu ihren künstlichen Schwestern binden die Zuckertenside beim Eindringen ins Haar sogar Feuchtigkeit und festigen es von innen (z. B. „Styling Foam“ von Sante, 150 ml, ca. 9 €).

Und statt auf Sulfate, die in Shampoos für die Schaumbildung sorgen, allerdings die hauteigene Schutzschicht schwächen und Irritationen verursachen können, setzen auch Bio-Shampoos auf Zucker-Tenside. Sie schäumen zwar weniger, sauber werden die Haare trotzdem (z. B. „Logona Repair Shampoo Ginkgo (500 ml, ca. 12 €).

Süßes gegen unerwünschte Härchen

In Ägypten schwört man ja schon seit Jahrhunderten auf Zucker zur Entfernung lästiger Härchen. Halawa, wie die Zuckerpaste genannt wird, funktioniert wie die Wachs-Methode zum Haare- Entfernen. Im Gegensatz zum Wachs enthält sie allerdings nur natürliche Inhaltsstoffe. Ich habe mir zum Ausprobieren gleich mal ein Komplett-Set gekauft (bei www.halawa-shop.de, ca. 27 €). Dazu gehören Zuckerpaste, Stoffstreifen, Anleitung, Massage-Handschuh, Aloe Vera Gel und Körperpuder. Den benutzt man am besten vor der Anwendung, damit die Haut fettfrei ist.

Für Do-it-yourself-Fans

Hier ein Rezept zum Halawa-Selberanrühren, das mir eine türkische Visagistin verraten hat:

Man mixt einen Becher Wasser mit zwei Bechern braunem Zucker und einem Becher Zitronensaft. Alles in einem Topf erhitzen und ab und zu umrühren. Nach etwa 10 Minuten hat die Masse langsam eine dunkelbraune Tönung angenommen. Jetzt ist es Zeit für einen Test: Einen Löffel eintunken und einen Tropfen in ein Glas Wasser tropfen lassen. Kristallisiert die Masse, muss sie noch weiter erhitzt werden. Kristallisiert sie nicht, gibt man einen neuen Tropfen der Masse auf einen Teller. Etwas abkühlen lassen und schauen, ob der Tropfen sich kneten lässt und auch nach dem Abkühlen formbar bleibt – dann nämlich ist die Halawa perfekt.

Für die Anwendung muss sie allerdings auf Zimmertemperatur abgekühlt sein. Dann eine kleine Portion kurz mit den Händen kneten und sofort gegen die Wuchs-Richtung der Haare auf die Haut streichen, damit die Masse die Haare auch an der Wurzel erfasst. Dann entweder einen Streifen Baumwoll-Stoff oder Küchenrolle ebenfalls gegen die Wuchs-Richtung andrücken und ruckartig in Wuchs-Richtung abziehen. Natürlich gibt es Schöneres, aber ich kann Euch versichern, dass man sich daran gewöhnt. Und es ziept auch nicht mehr als das Haare-Entfernen mit einem Epilierer!

Für alle, die lieber Profis ranlassen: Viele Beauty-Salons bieten mittlerweile das sogenannte „Sugaring“ an. Mein Tipp: einfach das Stichwort „Sugaring“ bei www.dastelefonbuch.de eingeben. Bei Eingabe des Wohnorts unter „Wo“ gibt es Adressen in der Nähe.

Zum Küssen weich: Sweet Lips

Auch bei spröden Lippen wirkt Zucker Wunder – und zwar als Peeling. Einfach je einen Teelöffel feinen Rohrzucker und Honig mixen und mit kreisenden Bewegungen sanft zwei Minuten lang einmassieren. Mit Wasser abspülen.

Mein Zarte-Sohlen-Trick

Klar, das Thema „Schöne Füße“ hatten wir gerade erst. Aber ich möchte Ihnen trotzdem meinen ultimativen Zucker-Tipp gegen raue Haut verraten. Dafür mixe ich Melkfett (aus der Apotheke, klingt komisch, wirkt aber Wunder) mit Rohrzucker, bis die Masse streichfähig ist. Auf die Fußsohlen geben und zwei Minuten lang einreiben, bis sich der Zucker fast aufgelöst hat. Und weil das Ganze sich ziemlich schlecht entfernen lässt, gebe ich dann einen Tropfen Spülmittel dazu und wasche es ab.

Das duftet ja süß!

Seit vor ein paar Jahren die sogenannten „Gourmet-Parfums“ Trend wurden, bin ich Fans der Null-Kalorien-Süßigkeiten.

Und das Angebot ist echt verlockend. Es reicht von Karamell (z. B. „Prada Candy“, 50 ml EdP ca. 69 €) über Zuckerwatte („Cotton Candy“ von Demeter Fragrance, 120 ml ca. 35 €) bis zum Ahornsaft („Attire-Moi La Sucrerie de la Montagne“). Mein Lieblingsduft an grauen Tagen ist allerdings „Fleur de Canne à Sucre“ von Ligne St. Barth mit Zuckerrohrsaft und karamellisiertem braunem Zucker (50 ml EdT, ca. 87 €), weil er Urlaubsstimmung zaubert und mich vom Schreibtisch direkt in die Karibik beamt ;-)

So, meine Lieben, genug der süßen Plauderei – viel Spaß beim Ausprobieren der zuckrigen Beauty-Tipps wünscht Euch
Ute

Photo-Credit: Fotos: www.ralph-hartmann.com