Haben Sie noch Ihr Poesie-Album von einst? Meins ist mir unlängst in die Hände gefallen. Das erste Umblättern war wie der Start in eine Zeitreise. Ganz vergessen hatte ich, dass Sylvia alias Sille die Angewohnheit hatte, „Ratzefummel“ (zu Deutsch: Radiergummis) zu vespern und stets strickend im Unterricht saß.

Neben flotten Sprüchen wie „in allen vier Ecken soll Liebe drin stecken“ oder „Rosen, Tulpen, Nelken, alle Blumen welken. Nur die eine nicht und die heißt Vergissmeinnicht“, wurden unter anderem Lieblingstier, Lieblingsessen und Lieblingsfarbe benannt. Bei mir stand da immer Gelb. Die Farbe der Sonne fand sich dann auch lange Zeit auf meiner Tapete. Aber genaugenommen war es das auch schon mit der Farbe Geld. Denn ich wollte weder ein gelbes Auto fahren, noch stand mir die Farbe Gelb je gut zu Gesicht.  Und so ist meine Lieblingsfarbe nur noch ein Relikt aus Poesie-Album-Zeiten.

Mein Lieblingskleid? Gibt es nicht!

Denn ganz anders verhält es sich mit Lieblingskleidern. Ich wäre nicht im Stande, nur ein einziges Lieblingskleid zu benennen. Denn das Attribut „liebstes“ Kleid hat weit mehr Spielraum, als die Wahl der liebsten Farbe. Aus diesem Grund mangelt es meinem Schrank auch nicht an schönem Inhalt.

Für legere Anlässe mag ich es gerne jeansig. Dieses pfiffige Kleid von Emilia Lay ist aus 100 % Lyocell. Wikipedia schreibt über diese auf Cellulose basierende Faser folgendes „… weisen eine hohe Trocken- und Nassfestigkeit auf, sind weich und absorbieren Feuchtigkeit sehr gut. Daraus hergestellte Textilien weisen einen glatten und kühlen Griff mit fließendem Fall auf, haben eine geringe Knitterneigung und können gewaschen und chemisch gereinigt werden…..“ Ich kombiniere das Kleid zu sehr schmalen Hosen oder zu Leggings. Locker gebunden, formt der Gürtel eine Taille, während das Hüftgold schön umspielt wird. Natürlich können Sie das Kleid auch offen und mit Longtop tragen. Dann verwandelt es sich in eine adrette Hemdbluse.

Auf der Suche nach einem alltagstauglichen kleinen Schwarzen habe ich dieses zauberhafte Kleid aus Leinen-Baumwoll-Gemisch entdeckt. Der ausgeklügelte Schnitt kann beides: Form wahren und zeigen. Besonders neckisch finde ich den Reißverschluss. Mit dem können Sie nach Lust, Laune und Befinden mehr oder weniger großzügig mit Ihren weiblichen Dekollete-Reizen spielen.

Dieses bildhübsche Sommerkleid ist mit 100 % Baumwolle unterfüttert, während der Oberstoff aus 100 % Viskose gefertigt ist. Es gibt kaum einen angenehmeren Sommerbegleiter. Überdies verzaubert das ärmellose Prachtexemplar durch Wohlfühl-Schnitt und zarten Blütendruck. Dank des lockeren Falls wird das anstrengende Bauch-Einziehen völlig überflüssig. Der Druck lenkt durch seine Platzierung ganz beiläufig geschickt von pfundigen Hüftpartien ab.

Oder sind Sie auf der Suche nach einem „angezogenen Hauch von Nichts“? Dann möchte ich Ihnen ein weiteres Lieblingsstück empfehlen. Das Kleid aus Tüllspitze ist wie ein Chamäleon für verschiedene Anlässe. Zu Jeansjacke und Booties getragen, wirkt es lässig-schick mit einem rockigen Hauch. Zu Pumps getragen kommt es sophisticated daher. Denn die zarte Spitze mutet sehr edel an und ist eine standesgemäße Umgarnung für Hochzeitsfeiern, Taufen und vieles mehr. Das Unterkleid zeigt Formen, ohne „pellig“ zu wirken. Auch Frauen mit Format dürfen, NEIN: sollten sogar, Kurven zeigen! Das Kleid ist extrem trageangenehm und doch nicht sackig – deshalb gehört es für mich klar in die Liga der Lieblingskleider.

Ein Kleid – viele verschiedene Styles

Und auch dieses hübsche gepunktete Kleid aus Jersey kann sportiven (zu Sneakers und Biker-Jacke) aber auch schicken Anlässen Stand halten. Die Wickel-Optik ist ein altbewährter Figurschmeichler-Trick und das i-Tüpfelchen für den weiblichen Schnitt. Das Kleid nimmt im Koffer wenig Platz in Anspruch und ist dank des Elasthan-Anteils von 5 % ein unglaublich bequemer Begleiter. Ich bin sicher: es wird auch einen Platz in Ihrer Lieblings-Ecke erhalten.

Und weil ich ein Faible für bequeme Alles-Könner habe, konnte ich auch dem Jersey-Kleid von Doris Streich nicht widerstehen (es nimmt so wenig Platz im Schrank weg, dass sich einfach kein Grund fand, es zurück zu schicken). Das faszinierende an diesem Lieblingsstück ist, dass es spektakulär unspektakulär wirkt. Das Unterkleid ist ein schlichtes Jerseykleid (mit 8 % Elasthan). Die Plissee-Falten aus schön fallendem Chiffon verwandeln das schlichte Unterkleid in eine kleine Schönheit. Der Schnitt ist eine Hommage an kurvige Frauen. Eine prächtige Oberweite wird inszeniert, während Bauchpfunde und Hüftgold ganz galant und mit höchstem Tragekomfort umspielt werden. Ein kleines Schwarzes mit dem Sie garantiert große Freude haben werden.

Habe ich Ihren Geschmack getroffen? Haben Sie Ihr neues Lieblingsstück entdeckt?

Noch ein kleiner Extra-Wohlfühltipp:

Wenn Sie sich in figurnahen Kleidern unsicher fühlen, dann tragen Sie doch einfach modellierende Schlankstützwäsche als Unterkleid. Das hat schon Marilyn Monroe so gemacht…