In den 70er-Jahren war es die Schlaghose, in den 80ern die Röhre und in den 90ern die Karotte. Früher war eben doch irgendwie alles einfacher. Es gab immer nur einen Trend – und nicht wie heute ganz viele. Aber ist es nicht viel schöner, die (Aus-)Wahl zu haben? Mir persönlich gefällt es jedenfalls viel besser, dass ich heute wählen kann zwischen zig Hosenformen. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass ich dabei die Hose finde, die 100% zu mir – und meiner Figur passt – ist dadurch viel größer. Vor allem bei Jeans schätze ich das sehr. Denn jede Jeans-Form hat ihre Vorzüge. Und ganz ehrlich, wer kennt das nicht von der letzten Anprobe: Die Jeans sitz mal zu eng, mal zu weit, dann trägt sie wieder auf oder der Hintern wirkt wie geplättet. Nicht ganz einfach, die perfekte Jeans zu finden. Und hat Frau sie einmal gefunden, greift sie gerne immer wieder auf dasselbe Modell zurück.

Die verschiedenen Jeans-Formen von Skinny bis Bootcut

Wie gesagt: Heute haben wir die Wahl. Und die Zeiten, da es die Arbeiterhose aus Denim von einst nur in einer Waschung und einer Form gibt, sind längst passé. Die Jeans ist DIE Alltagshose schlechthin und mittlerweile glücklicherweise auch salonfähig bzw. Büro-tauglich und – richtig kombiniert – durchaus auch bei nicht zu offiziellen abendlichen Anlässen eine gute Wahl. Natürlich: In die Oper oder zu einer Gala sollte sie einem Abendkleid oder etwas anderem Passendem weichen. Das versteht sich von selbst.

Zu den beliebtesten Jeans-Formen zählen heute die Skinny, die Bootcut und die Schlaghose. Wir haben einmal die wichtigsten Charaktereigenschaften dieser Jeanstypen zusammengestellt und geben Tipps und Tricks, wie Sie sie richtig kombinieren:

Die extra schmale Skinny

Die Skinny Jeans (heißt so viel wie „hauteng“) ist eine extra enge Variante der Röhre und ideal für schlanke Frauen. Obenrum an Po und Hüfte darf die Trägerin dieser Jeans-Form auch etwas mehr haben. Oberschenkel und Wade hingegen sollten tatsächlich schlank sein, da die Jeans sonst nur unschön aufträgt. High-Heels machen die Beine noch länger und sexy, aber auch flache Schuhe wie Ballerina oder Sneakers gehen zur Skinny. Oberteile wie Long-Blusen sehen super zu dieser engen Jeans-Variante aus. Schöner Nebeneffekt: Auch Frauen mit schlanken Beinen und kleinem Bäuchlein können diese Kombi super tragen. Bei der Waschung gilt eines zu beachten: dunklere Farben lassen das Bein zusätzlich schlanker wirken. Aber: Verfärbungen im Bereich der Oberschenkel sorgen für optische meist unerwünschte Fülle.

Die klassische Bootcut

Der Klassiker hat seinen Namen der Tatsache zu verdanken, dass unter den etwas ausgestellten Beinen noch ein boot, also ein Stiefel, getragen werden kann. Die Bootcut-Jeans ist ein echter Allrounder und steht nahezu jeder Frau. Am Oberschenkel liegt die Jeans eher eng an. Das ausgestellte Bein lenkt jedoch optisch von kräftigeren Oberschenkeln ab und sorgt für einen insgesamt schmaleren, harmonischen Look. Hohe Schuhe strecken optisch außerdem und verhelfen zu längeren Beinen. Achten Sie allerdings auf die richtige Länge: Wenn Sie die Jeans häufig mit High-Heels oder Stiefeletten tragen möchten, sollten Sie bei der Länge zur höheren Inch-Zahl greifen. Die Bootcut lässt sich toll stylen. Zum Beispiel völlig leger und casual mit Sneakers und einem lässigen Shirt. Oder ein wenig sexy mit High-Heels und einer Bluse.

Die Straight – ein Evergreen

Nach wie vor ganz oben auf der Beliebtheitsskala steht die Straight Jeans, also die gerade geschnittene Denim. Auch diese Form ist ein Universal-Talent und steht nahezu jeder Frau und jeder Figur. Die mäßige Weite dieser stilsicheren und zeitlosen Hosen-Variante ist auch ideal für Frauen mit etwas kräftigeren Beinen. Weibliche Rundungen werden genau richtig betont. Die etwas lockerer geschnittene Hüfte sorgt für Bequemlichkeit. Unser Tipp: Eine Bügelfalte sorgt zusätzlich für eine optische Streckung. Das Styling mit der Straight-Jeans ist denkbar einfach: In der Freizeit ein lässiges klassisches einfarbiges oder gemustertes Baumwollshirt, im Büro eine klassisch weiße Bluse und abends Stiefelten mit einem anliegenden Oberteil. Fertig!

Die Schlaghose – vom alten Schlag?

Zugegeben: Ihr Schnitt hat sich seit den Flower Power 70ern nicht sehr verändert. Die Schlaghosen-Jeans ist nach wie vor zweigeteilt, bis zum Knie eng und ab dem Knie weit und glockig. Aber die Art sie zu tragen, hat sich doch ein wenig geändert. Heute trägt Frau die Schlaghose zu High-Heels statt zu Plateau-Schuhen und die Oberteile dürfen ruhig edel und eng anliegend sein, während früher weite gemusterte Blusen im Vordergrund standen. Kleine Frauen können mit der Schlaghose übrigens schön tricksen: kaufen Sie sie etwas länger und lassen Sie die Hose über die hohen Schuhe laufen – das streckt und macht optisch wunderschön lange Beine. Ansonsten gilt bei der Schlaghose: Sie ist ideal für schlankere Figuren, da sie am Oberschenkel doch recht eng ist.

Tipps für den Jeans-Kauf ohne Reue

Ganz wichtig: Jeans geben zwar nach. Aber wenn die Jeans bei der Anprobe partout nicht passen will, dann wird sie es nach dem Kauf auch nicht. Also nicht um jeden Preis in die Jeans hinein pressen, sondern direkt zu einer größeren Größe oder anderen Form greifen. Die meisten Jeans sind aus Baumwolle und haben einen Elasthan-Anteil. Das ist Fluch und Segen zugleich. Achten Sie darauf, dass der Elasthan-Anteil nicht mehr als 2% ausmacht, weil die Hose sich zwar super bequem anfühlt, aber viel zu schnell ausleiert und ihren Sitz verliert. Wenn Sie bei der Bundhöhe unsicher sind, da gilt folgende Regel: Umso höher die Hose am Bund sitzt, umso besser werden kleinere Problemzonen kaschiert. Zudem wird auf diese Weise das Bein nochmals optisch gestreckt. Und last but not least: Wenn Sie sich einen knackigen Po wünschen, achten Sie bei Ihrer Jeans darauf, dass die Gesäßtaschen möglichst klein sind und eng beieinander liegen. Fülle zaubern Sie mit möglichst großen Gesäßtaschen, die schräg stehen und weit auseinander liegen. Das „zieht“ den Po in die Breite. Helle Jeans-Waschungen sorgen übrigens für mehr, dunkle Waschungen für weniger Fülle. Bei einem großen Hintern unbedingt auf Hosen ohne Taschen verzichten. Denn Hosen ohne Gesäßtaschen tragen genauso wie Knöpfe, Reißverschlüsse, Strasssteine oder sonstige Verzierungen im wahrsten Sinne dick auf.

Ich hoffe, diese Tipps sind für Sie ein wenig hilfreich auf der Suche nach Ihrer perfekten Jeans. Viel Spaß mit unseren Inspirationen und bis ganz bald hier im Blog.