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Erinnern Sie sich noch an das Weihnachtsfest Ihrer Kindheit? Oder an Erzählungen Ihrer Eltern und Geschichten von Ihren Großeltern? Wissen Sie, wie sie dieses besinnliche Fest verbracht haben? Unsere Bräuche und Traditionen unterliegen einem ewigen Wandel. Das macht auch vor Weihnachten nicht halt. Heute feiern wir ein anderes Weihnachtsfest als vor 70 Jahren. Mit der Zeit ändern sich Bräuche und Moden. Wir haben Kollegen gefragt, wie ihr erstes Weihnachtsfest war, an was sie sich noch erinnern können oder was ihnen von Familienangehörigen erzählt wurde.

Weihnachtsgeschenke früher

Zu Weihnachten gibt es Geschenke. Das ist eine sehr alte Tradition. Früher waren Weihnachtsgeschenke kleiner und einfacher. Nicht so pompös und überladen und es wurde auch nicht so viel verschenkt. Oft gab es nur Kleinigkeiten, wie ein neues Kleid für die Puppe oder das alte Spielzeugauto wurde repariert. Der großen Freude hat das nicht geschadet, denn am wichtigsten ist, dass das Geschenk von Herzen kommt. 

Das größte Geheimnis rankt sich aber um die Person, die die Geschenke verteilt. Heute macht das der Weihnachtsmann mit rotem Mantel und weißem Rauschebart. Den Kindern wird erzählt, er steige nachts durch den Kamin in das Wohnzimmer und lege die Geschenke unter den Weihnachtsbaum. In manchen Haushalten genügt es auch schon, einfach eine Weile aus dem Raum zu gehen.

Sina erinnert sich: „Wir mussten früher an Weihnachten immer nach dem Festessen auf unser Zimmer gehen und aufräumen. Danach war aus irgendeinem Grund immer der Weihnachtsmann dagewesen und hat Geschenke vorbeigebracht – und wir hatten ihn verpasst.“

Diese Form des Weihnachtsmanns hat sich erst nach 1945 durchgesetzt. Richtig populär wurde dieser amerikanische Weihnachtsmann, auch Santa Claus genannt, übrigens erst durch eine Marketing-Kampagne von Coca Cola in den 1920er-Jahren.

Früher kam das Christkind und brachte die Geschenke. Das ist auch in manchen Familien heute noch so. Dann wird das Zimmer verschlossen und die Kinder müssen ein Gedicht vortragen oder etwas vorsingen. Wenn das Glöckchen geläutet wird, war das Christkind da und die Geschenke liegen unter dem Weihnachtsbaum.

Tanja erinnert sich: „Meine Mama erzählte mir, dass in ihrer Kindheit noch feine blonde Haare auf die Türklinke des gesperrten Zimmers gehängt wurden. Das Christkind ist nämlich mit den Geschenken durchs Schlüsselloch geschlüpft und hat dabei ein paar Engelshaare verloren.“

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Traditionelle Dekorationen und der Weihnachtsbaum

Ein Weihnachtsbaum darf zu Weihnachten in keinem Haushalt fehlen. Allerdings ist diese Tradition bis ins 18. Jahrhundert nur den Fürsten und der bürgerlichen Oberschicht vorbehalten. Der „kleine Mann“ hat den Weihnachtsbaum dem preußischen König zu verdanken. 1870 beschloss er, dass die Soldaten an der Front in ihren Unterständen und Lazaretten Weihnachtsbäume aufstellen sollten. Von da an war die Tradition geboren.

Und was kommt an den Baum? Da hat ja jeder seinen Lieblingsschmuck. Früher wurde der Weihnachtsbaum mit Strohsternen und echten Kerzen geschmückt. Heute dominieren eher Glaskugeln und elektrische Lichterketten. Erinnern Sie sich noch an echtes Lametta aus Stanniol? Das gibt es heute gar nicht mehr.

Und wie steht es mit dem Adventskranz? Denn gab es nicht in jeder Familie. Oft wurden nur Tannenzweige zum Schmücken der Wohnung verwendet. Der Adventskranz mit seinen vier Kerzen wurde erst Anfang des 20. Jahrhunderts eine Tradition. Wie das alles kam, können Sie in unserer Geschichte zum Adventskranz lesen. Traditionelle Dekorationen zu Weihnachten sind die Schwibbögen in den Fenstern. Ein Brauch, der im 18. Jahrhundert im Erzgebirge entstand. Eine andere alte Tradition ist der Herrnhuter Stern: ein beleuchteter, vielzackiger Papierstern, der den Stern von Bethlehem symbolisiert.

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Der Weihnachtsabend

Der Weihnachtsabend gehört traditionell der Familie. Oft kommen die ganze Verwandtschaft und manchmal auch ein Freundeskreis zusammen und es wird etwas Besonderes gegessen. Die Tradition verlangt hier eine Weihnachtsgans oder einen Weihnachtskarpfen. Allerdings gibt es in manchen Orten den gegenteiligen Brauch. Hier kommt ein einfaches Gericht auf den Tisch. Ein Eintopf beispielsweise oder Würstchen mit Kartoffelsalat.

Zu Weihnachten wird auch viel gebacken. Der Backofen ist im Dauerbetrieb. Früher war die Herstellung von Weihnachtsgebäck deutlich komplizierter als heute.

Sandra erinnert sich: „Meine Mutter hat mir erzählt, dass in ihrer Kindheit noch nicht jede Familie über einen Ofen verfügte. Daher mussten die Weihnachtsplätzchen zu Hause vorbereitet werden und dann auf Blechen zum Bäcker getragen werden. Diese Aufgabe übernahmen meist die Kinder.“

Abends wurde dann musiziert und viele Volks- und Kirchenlieder gesungen, die wir heute auch noch gerne singen. Wie beispielsweise „Alle Jahre wieder“, „Es ist ein Ros entsprungen“, „Kommet, ihr Hirten“. Auch das Vortragen eines Weihnachtsgedichts war Tradition. Den Abschluss des Weihnachtsfestes bildet der Besuch der Mitternachtsmesse. In manchen Gegenden auch Christvesper, Christmette oder Christnacht genannt.

Erinnern Sie sich noch an das Weihnachten Ihrer Kindheit? Was hat Ihnen besonders daran gefallen? Und was vermissen Sie heute? Zum Glück gibt es trotz vieler Veränderung einige Dinge, die gleich geblieben sind: Weihnachten ist immer eine Zeit der Besinnung und Gemütlichkeit. Eine Zeit, um innezuhalten und den Menschen um uns herum zu sagen, wie sehr wir sie gernhaben und wie viel sie uns bedeuten.  Das ist der wahre Geist der Weihnacht.

Wir wünschen Ihnen frohe Weihnachten.