Festmahl zu Weihnachten: Und was kommt bei Ihnen auf den Tisch?
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Nun ist es wirklich nicht mehr lange hin. Der Heilige Abend steht vor der Tür. Während die Kinder vor allem sehnsüchtig auf die Bescherung warten, freuen sich viele unserer Kollegen in der Redaktion auf das gesellige Zusammenkommen der Familie. Und natürlich auf das köstliche Weihnachtsessen. Wir haben uns mal ein wenig umgehört, welche besonderen Speisen zum Fest auf den Tisch kommen. Und sind beeindruckt von der Vielfalt. Wir laden Sie daher herzlich ein, an einem kleinen kulinarischen Weihnachtsausflug durch unser Büro teilzunehmen.


Kartoffelsalat und Bratwürste bei Sandra

„Tradition sind bei uns Kartoffelsalat und Bratwürste. Das rührt von meiner Oma, einer Winzerin aus dem Raum Heilbronn. Kartoffelsalat gab es damals zu allem Erdenklichen: Zu Pfannkuchen, Kartoffelkuchen, Braten mit Spätzle. Auch beim jährlichen Dorffest hat meine Oma kistenweise Kartoffelsalat gemacht, bis ins hohe Alter. Davon geblieben ist bei uns in der Familie, dass wir zu Weihnachten und Silvester immer Kartoffelsalat auf den Tisch stellen. Jedes Mal wieder schön.“

Mediterraner Flair bei Christos

„Ich feiere mit traditionellen griechischen Weihnachtsgerichten. Als Vorspeise gibt es bei uns eine heiße Hühnersuppe, dazu mit Feta und Spinat gefüllte Pita-Taschen. Lecker! Zum Hauptgericht servieren wir gefüllten Truthahn. Zum Nachtisch kommen Mandelkekse mit Puderzucker und Nusskuchen auf den Tisch, dazu Kaffee.“

Traditionen aus Ost und West bei Silke
„Aus meiner Kindheit im Osten Deutschlands kann ich mich noch sehr gut an den Karpfen, der immer in der Badewanne schwamm am Weihnachtstag  erinnern, schließlich musste er ja frisch sein ;-)! Dieser wurde dann gebraten oder gedünstet und mit Kartoffelsalat serviert, war jedes Mal ein Erlebnis. Später gab es Heiligabend traditionell Wiener Würstchen mit Kartoffelsalat. An den Feiertagen schlemmten wir Ente (aus Polen) und Hase, frisch geschlachtet vom Onkel. Als ich, der Liebe wegen, nach Baden Württemberg zog, lernte ich dann auch die westlichen Traditionen kennen.  Heiligabend, wenn die große Familie zusammen kam, kochte meine Schwiegermutter immer Paprikaschnitzel mit Spätzle serviert mit einen grünen Salat. Am 1. und 2. Feiertag gab es gefüllte Kalbsbrust oder Gans mit Knödeln und Rotkraut. Nun gab es diese Ost-Westtraditionen immer im Wechsel, es sollte ja auch keine Oma kulinarisch benachteiligt werden.“

Heimatliche Genüsse bei Chadieje

„Bei uns gibt es jedes Jahr ‚Lau tap cam‘, einen vietnamesischen Fonduetopf. Um den heißen Topf mit der Brühe sind verschiedene kleingeschnittene Zutaten zum Garen verteilt. Bei uns sind das meistens Tofu, Rindfleisch, Schweinewürfel, Tintenfisch, Chinakohl, Pastinaken, Glasnudeln, Bleichsellerie und Rettich. Dazu gibt es ‚Nuoc Cham‘, eine würzige asiatische Soße nach traditionellem Rezept, in der man die gegarten Häppchen tunkt. Als Besteck bekommt jeder ein Paar Stäbchen und ein kleines Sieb, mit dem sich jeder kleine Portionen aus dem Hot Pot fischen kann. Wir laden zu Weihnachten immer die nahestehenden Bekannten ein und dann wird ausgiebig getratscht und gegessen. Das macht immer besonders Spaß, da man nicht ununterbrochen isst, sondern die Wartezeit beim Garen nutzt, um sich zu unterhalten. Das Essen ist außerdem sehr leicht und bekömmlich. Zum Nachtisch gibt es oft ‚Che do‘, ein warmer Brei aus gelben Bohnen und Kokosmilch, der sehr süß schmeckt.“

Erinnerungen an liebe Menschen bei Maximilian

„Heiligabend sind wir abwechselnd bei Oma und Opa oder bei uns zu Hause. Bei den Großeltern kommt traditionell Ente gefüllt mit Äpfeln und Zwiebeln auf den Tisch. Dazu Kartoffelklöße, Rotkraut und Salat. Wenn wir bei uns feiern, gibt es zuerst eine Fischplatte mit Lachs, Garnelen und Jakobsmuscheln, dazu Brot und Salat. Danach Saitenwürstchen mit österreichischem Lumpensalat. Den macht mein Papa zur Erinnerung an seine Mama, die vor 26 Jahren gestorben ist. Sie hat diesen Salat auch immer an Heiligabend gemacht, und unter anderem alle Reste – die Lumpen – verwertet. Eier, Kartoffeln, Äpfel, Sardellen, saure Gurken, Schüblinge (eine rote Wurst) und saure Gurken sind drin – sehr schmackhaft. Ein schöner Brauch, weil wir dabei an Menschen denken, die nicht mehr bei uns sein können.“

Weihnachten mit Myriam in der Bretagne

„Bei uns in der Bretagne gibt es zu Weihnachten ein 5-Gänge-Menü. Unverzichtbarer Starter ist immer eine Meeresfrüchte-Platte mit Austern, Meeresschnecken, Venusmuscheln, Langustinen. Jedes Jahr bin ich als Kind mit meinem Vater zu einer bestimmten Austernfarm gefahren, um die Muscheln frisch einzukaufen. Und später sind dann meine Kinder mit meinem Vater dahin gefahren. Tradition oblige.“

Faszinierend wie unterschiedlich an den weihnachtlichen Tischen geschlemmt wird. Uns läuft jetzt schon das Wasser für das Festmahl im Mund zusammen. Welche Speisen dürfen bei Ihnen zu Weihnachten auf gar keinen Fall fehlen? Wir freuen uns auf Ihren Kommentar!

Ihr
Redaktions-Team