23.März 2018

Seide richtig waschen

Seide richtig waschen
(©ICHIRO KATAKAI/Getty Images)

Seide – der hauchfeine und exquisite Stoff ist für den Körper das, was Brillanten für den Schmuck sind: die edelste Ausdrucksform. Der Ursprung dieses außergewöhnlich luxuriösen Stoffs liegt in China und wurde dort bereits vor ungefähr 5.000 Jahren hergestellt. Auch im Mittelmeerraum gab es seit dem 4. Jahrhundert v. Chr. Seide, die von heimischen Seidenraupen gewonnen wurde. Doch wurde diese schließlich durch den Handel mit China verdrängt, da die chinesische Seide sehr viel reiner und noch feiner war. Bis heute fasziniert uns dieser hauchzarte Stoff und veredelt jede Garderobe, denn seine Eleganz ist zeitlos. Das seidig-leichte Gefühl auf der Haut ist einfach unbeschreiblich und der Grund hierfür ist ihre besonders feine und glatte Faserstruktur.  Zudem hat  Seide die beste die beste Hautverträglichkeit – kein Wunder dass dieser Stoff sich als wahrer Luxus etabliert hat. Aber wie es so üblich ist muss die Schönheit dieses Stoffes ganz besonders gepflegt werden um möglichst lange uns glücklich zu machen.  Um Seide richtig zu waschen müssen einige Schritte beachtet werden.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Das richtige Waschmittel
  2. Handwäsche
  3. Waschmaschine
  4. Trocknen
  5. Bügeln
  6. Fleckentfernen

Schonwäsche für Stoff-Sensibelchen

Man kann Seide auch einfach chemisch reinigen lassen, um nichts verkehrt zu machen. Wer aber auf den „frisch-gewaschen“-Duft Zuhause nicht verzichten möchte, der sollte auf Handwäsche setzen. Dabei ist zu beachten, dass es Seiden-Stoffe, wie z.B. Dupioni-Seide gibt, die bei Wasserkontakt eingehen und deshalb eine Trockenreinigung brauchen.

Das richtige Waschmittel

Seide ist eine Eiweiß-Faser und wird durch alkalische Waschmittel oberflächlich angelöst und dadurch zuerst rau und matt – und nach mehreren Wäschen schließlich brüchig. Deshalb benutzt man für Seidenstoffe am besten ein spezielles Seiden-Waschmittel (z.B. Tenestar oder „amytis“ von Speick).Es enthält milde, chemisch neutrale Tenside und verzichtet auf alle Inhaltsstoffe, die der Seidenfaser schädigen könnten. Wollwaschmittel sind für den Seidenstoff nicht so ideal, weil sie rückfettende Substanzen enthalten, die die Seide leicht speckig und unansehnlich aussehen lassen. Auf keinen Fall sollte man Waschmittel mit Bleich-Zusatz benutzen, weil der die Farbe stark verblassen lässt. Sind Enzyme zur Fleck-Entfernung enthalten gilt es zu beachten, dass diese Enzyme auch die Eiweißstruktur der Seide auflösen. Milde, pH-neutrale Shampoos sind für Seidenwäsche nur dann ein guter Seidenwaschmittel-Ersatz, wenn sie weder rückfettende Substanzen noch Farbstoffe oder Parfum enthalten.

Kurz zusammengefasst:

  • Spezielle Seidenwaschmittel eignen sich am besten
  • Keine alkalischen Waschmittel verwenden
  • Keine Wollwaschmittel verwenden
  • Es sollte kein Bleich-Zusatz enthalten sein
  • Es sollten keine Enzyme zur Fleckentfernung enthalten sein
  • Milde, pH-neutrale Shampoos nur dann verwenden, wenn sie weder rückfettende Subtanzen noch Farbstoffe oder Parfum enthalten

Handwäsche – ohne Rubbeln und Reiben!

Wie man Seide mit der Hand wäscht
(© AndreyPopov / iStock / Getty Images Plus)

Um Seidenstoffe per Handwäsche zu reinigen lässt man am besten maximal 30 Grad warmes Wasser in eine Plastikwanne oder ein Handwaschbecken und löst einen Klecks Seiden-Waschmittel darin auf, indem man ihn ein bisschen mit der Hand aufwirbelt, um ihn gut zu verteilen.

Den Seidenstoff hineinlegen und drei, höchstens fünf Minuten lang darin liegen lassen. Dabei ab und zu etwas hin und her bewegen. Die Lauge ausgießen. Kaltes Wasser einlaufen lassen und die Seide darin ausspülen. Manche Seiden-Hersteller schwören auf die Zugabe von einem Teelöffel Wein-Essig, um Seifen- und Kalkrückstände aus den Seidentextilien zu entfernen, aufgeraute Fasern zu glätten, die Fasern zu festigen und das Ausbleichen der Farbe zu verhindern. Weichspüler ist tabu, weil er Seide leicht schmierig macht.

Kurz zusammengefasst:

  • Plastikwanne oder Ähnliches mit 30 Grad warmen Wasser füllen
  • Etwas Seidenwaschmittel auflösen
  • Stoff 3-5 Minuten liegen lassen, dabei ab und zu bewegen
  • Wasser durch kaltes Wasser ersetzen und die Seide ausspülen
  • Optional: Teelöffel Wein-Essig

Ab in die Waschmaschine

Wie man Seide mit der Hand wäscht
(© evgenyatamanenko /iStock / Getty Images Plus)

Es gibt sogar Seide, die in der Waschmaschine gewaschen werden darf. Ob das erlaubt ist, steht in der Waschanleitung im Etikett. Allerdings maximal bei 30°C und in einem Wäschesack, der zwar Wasser und Waschmittel eindringen lässt, aber vor dem Kontakt mit der Trommel schützt. Neuere Geräte haben übrigens ein extra Seiden-Programm (z. B. Miele).

Kurz zusammengefasst:

  • Waschmaschine nur, wenn nach Etikett erlaubt
  • Maximal bei 30° waschen
  • Wäschesack verwenden
  • Wenn vorhanden: Seiden-Programm der Waschmaschine nutzen

Trocken auf die sanfte Art

Danach wird der nasse Stoff ganz vorsichtig ausgedrückt und in ein trockenes Handtuch eingerollt. Am besten wiederholt man das mit einem zweiten Handtuch und hängt das Seidenteil dann auf einen Formbügel. Auf keinen Fall sollte man Seide auswringen, weil sie im nassen Zustand besonders empfindlich ist und die Fasern brechen können. Auch nicht klitschnass aufhängen, weil sich nasse, schwere Seide leicht verzieht. Seiden-Shirts und Strickpullover nur leicht in Form ziehen und liegend trocknen.

In der Sonne sollte man Seide nicht trocknen. Die mag sie nämlich überhaupt nicht, weil sie durch intensive UV-Strahlen leicht ihren Glanz verliert und brüchig wird.Sauerstoff dagegen liebt sie. Deshalb ist es ideal, wenn man die Seide draußen bei bedecktem Himmel im Schatten trocknen lässt.

Kurz zusammengefasst:

  • Seide immer liegend trocknen
  • Nicht in der Sonne trocknen

So geht’s glatt – Seide bügeln

Wie man Seide richtig bügelt
(© gilaxia/ iStock / Getty Images Plus)

Immer von der Rückseite bügeln. Der Stoff sollte noch leicht feucht sein, damit Knitterfalten sich leicht glattbügeln lassen. Auf keinen Fall mit Wasser besprengen – das gibt ganz leicht Flecken. Falls der Stoff schon zu trocken ist, legt man am besten ein feuchtes Tuch drüber beim Bügeln. Was Seide auch ganz und gar nicht mag: ein zu heißes Bügeleisen oder Dampfbügeleisen. Ihre Eiweißverbindung ähnelt dem unserer Haare – und die reagieren auf Hitze ja auch leicht mit Spliss. Wer Knitterfalten zu vermeiden will, der sollte das Kleidungsstück auf einem Bügel in die feuchte Nachtluft hängen. Alternative: Kurz die heiße Dusche aufdrehen und das knitterige Teil über Nacht hängen lassen. Die Luftfeuchtigkeit wirkt wie ein Bügeleisen.

Kurz zusammengefasst:

  • Immer von der Rückseite bügeln
  • Leichte Feuchtigkeit hilft gegen Knitterfalten
  • Feuchtes Tuch hilft, wenn der Stoff zu trocken ist
  • Bügeleisen nicht zu heiß einstellen

Ach Du Schreck – ein Fleck!

Übrigens sollte man Seide niemals mit Parfum oder Deo besprühen. Das gibt Flecken, die man kaum rausbekommt. Apropos Flecken: Beim Versuch, sie mit Wasser zu entfernen, quillt die Faser punktuell auf, der Schmutz dringt noch tiefer ein und bei dunklen Stoffen entstehen Wasserränder. Und beim Reiben kann die empfindliche Faser spleißen. Deshalb gilt: am besten nur trocken abtupfen. Bei Fettflecken empfehlen Profis Waschbenzin. Einen Spritzer auf den Fleck geben und mit einem Tuch vorsichtig abtupfen. Bevor man eine Brosche anbringt, sollte man die Nadel kurz mit Alkohol abwischen, um Einstich-Flecken zu vermeiden.

Kurz zusammengefasst:

  • Flecken nur trocken abtupfen, ohne Wasser
  • Waschbenzin hilft bei Fettflecken

Wer noch mehr wissen möchte über den Stoff aus dem Modeträume gemacht sind, findet viele interessante Infos im Blog-Text von Gianni De Palo.