Für mich als bekennender Fan des Südeuropa-Urlaubes kostete es schon ein bisschen Überwindung, den diesjährigen Sommerurlaub in Schweden zu verbringen.

Reisen erweitert bekanntlich den Horizont – und so war es einfach mal wieder an der Zeit für eine neue Perspektive. Dass wir ein rotes Holzhaus gebucht haben, versteht sich von selbst. Manche Klischees verfolgen einen schon seit der Kindheit. Natürlich gehört Michel aus Lönneberga auch in mein Filmrepertoire und prägte meine Vorstellung von Schweden genau wie meine Heldin aus Kindertagen; Pippi Langstrumpf.Schon der Anflug auf Stockholm ist wie eine Vorschau in Vogel-Perspektive. Wenn der Flieger zwischen den Schäfchen-Wolken langsam über die Schären seinem Ziel entgegen schwebt, so entpuppt sich bereits in der Luft der Reiz dieses schönen Landes.

Als wir dann mit unserem Mietwagen (natürlich mit Hybrid-Motor) in Richtung unseres Ziels losfuhren, stellten wir sofort fest, dass der schwedische Straßenverkehr im Vergleich zu der Hektik und dem Drängeln auf deutschen Straßen geradezu einer Kutschfahrt gleichkommt. Und so schalteten wir zwangsläufig schon in den ersten Urlaubsstunden zwei Gänge zurück. Entschleunigung pur.

Nach ca. 2,5-stündiger Fahrt inklusive 30 Minuten Suchzeit erreichten wir schließlich unser Ziel in Dunkers-Mälby mitten im Nichts. Das „Nichts“ bedeutet, auch nichts zu hören außer das Rauschen der Bäume im Wind, das Zwitschern der Vögel und das Surren der Fliegen, wurde uns sofort klar – und es ist so unglaublich entspannend und beruhigend für die gestressten Sinne. Unser rotes Schwedenhäusle hat uns auf Anhieb ein heimeliges Gefühl gegeben – innen wie außen. Die beiden Fahrräder, die wie zufällig an der Hausecke lehnten, strahlten eine Postkarten-Idylle par excellence aus. Und die Einrichtung im Original Ikea-Style hat uns sofort begeistert.

Tag wie Nacht

Da wir noch nie zuvor in Schweden Urlaub gemacht haben, konnten wir uns nicht wirklich vorstellen, was es bedeutet, wenn es nie richtig dunkel wird. Als wir gegen 24 Uhr ins Bett gingen, war es tatsächlich noch so hell, wie bei uns während der beginnenden Dämmerung. Und um ca. 3.40 Uhr weckte mich der erste Sonnenstrahl. Die ersten beiden Tage fühlte es sich noch irritierend an, aber der menschliche Körper ist ja zum Glück ein Chamäleon.

Auf Irrwegen

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber bei mir dauert es mindestens eine Nacht und einen halben Tag, bis ich wirklich ankomme. Um gleich ein besseres Gefühl für unsere nähere Umgebung zu bekommen, zogen wir also am nächsten Morgen mit unseren Fahrrädern los. Was sich im Nachhinein als völlig logisch erweist, war uns Planlosen zunächst nicht klar; einfach durch den Wald radeln und an irgendein Ziel gelangen wie wir das von daheim kennen, kann in einem Land, das aus fast 50 % Wald besteht , mangels Infrastruktur gar nicht funktionieren. Und so irrten wir mehr, als dass wir gezielt unterwegs waren. Doch auch das hatte seinen Reiz, weil wir in die ländliche, liebliche Natur voll eintauchen konnten.

Kaffeekultur auf Schwedisch

Wie ich eingangs ja erwähnt hatte, bin ich eher der Dolce-Vita-Reiser. Es versteht sich von selbst, dass wir, nachdem wir dank Google-Maps wieder nach Dunkers-Mälby gefunden hatten, den Drang verspürten, das nächstliegende Dorf zu erkunden und uns mit einem feinen Cappuccino zu belohnen. So starteten wir ins ca. 7 km entfernte Malmköping. Bei den Leseratten unter Ihnen dürfte jetzt ein Déjà-vu auftreten. Denn in Malmköping stieg „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg…“ aus besagtem Fenster. Das Buch von Jonas Jonasson führte wochenlang die Bestseller-Listen an. Doch bevor wir uns auf die Spuren des Allan Karlsson begaben, suchten wir ein Café. Und das war die Lehre Nr. 2: in Schweden bekommt man zwar nach dem amerikanischen Prinzip überall „Kaffee all you can drink“, aber Cappuccino gehört genau so wenig aufs Land wie Kötbullar nach Rom.

Doch siehe da; im puppenstubenähnlichen Kaffe Ottilia mitten in Malmköping erhielten wir dann den vermutlich besten Cappuccino nördlich der italienischen Grenze!

Auf Abwegen

In Södermanland ist die Seen-Dichte besonders groß und so ließen wir uns von unserem freundlichen Vermieter Martin auf der Karte zeigen, welche Seen besonders schön zum Baden geeignet sind. Er versorgte uns mit echten Geheimtipps, denen wir natürlich gerne folgten. Und so wanderten wir am nächsten Tag los, unterstützt durch Google Maps. Und wir wanderten und wanderten und wanderten….und wenn sie nicht gestorben sind, dann wandern sie noch heute………der See war umgeben von Wald und außer Wildschwein-Spuren gab es nicht die leisesten Hinweise auf einen Trampelpfad oder ähnliches in Richtung See. Mit anderen anvisierten Seen erging es uns gleich: die Moral von dieser Geschicht´: Schweden ist zwar das Land der Seen, aber es ist auch das Land der Wildnis: wenn Sie also auf Nummer sicher gehen wollen, dann wählen Sie einen See mit Bade-Kennzeichnung. Keine Sorge: auch hier finden sich reichlich ruhige Plätzchen, an denen Sie maximal Einheimische treffen.

Tipp Nr. 1: Grinda-Gards Class. Hausgemachtes Eis vom Bauernhof. Mega lecker

Auf dem Rückweg hörten wir im Auto das Lied „Sommer in Schweden“ von den Revolverhelden und fuhren nach Grinda, um uns den Sommertag mit dem besten Eis in der gesamten Region zu versüßen.

Tipp Nr 2: Auf den Spuren von Tucholsky

Bei erneut gutem Wetter machten wir uns auf nach Mariefred, um das Schloss Gripsholm aus dem gleichnamigen Buch von Tucholsky zu erkunden. Das pompöse, mondäne Schloss steht auf einer Art Halbinsel im Antlitz des Mälarensees und erstrahlt dort in seiner imposanten Schönheit. Da wir nicht so sehr die Museumsgeher und Innen-Besichtiger sind, haben wir den Zeitzeugen nur von außen bewundert. Eine Besichtigung lohnt sich laut Erzählungen aber auf jeden Fall. Sie finden dort einen der schönsten Theater-Säle Schwedens und eine Kunstsammlung mit ca. 4500 Exponaten verschiedener Epochen.

Das anschließende Schlendern durch das hübsche, beschauliche Städtchen Mariefred ist dabei ein Muss. Hier haben wir übrigens unsere erste „Kanelbullar“, also traditionelle Zimt-Schnecke genossen. Fortan ein tägliches Must-have für den Gaumen.

Da das Wetter etwas wechselhaft war, habe ich mich für ein lässig-bequemes Sightseeing-Outfit entschieden. Die Jeans von KjBrand ist sommerleicht. Die höhere Leibhöhe ist figurfreundlich. Aufgrund des hohen Stretchanteils schneidet aber nichts ein. Die Bluse von Peter Hahn hat mir auf Anhieb gut gefallen, weil sie einen extravaganten Schnitt und Kragen hat. Die leichte Viskosqualität fühlt sich auf der Haut sehr gut an. Die Sweatjacke kann viel mehr als nur „Sport“. Sie ist auch eine wärmende Ergänzung für jegliche Outdoor-Aktivitäten wie auch zu Hause als schöne „Schlumpfjacke“.

Tipp Nr. 3: Midsommar auf dem Land

Dass wir ausgerechnet zum zweitwichtigsten schwedischen Fest nach Weihnachten, nämlich zu Midsommar in Schweden sein würden, war uns bei der Buchung im Dezember letzten Jahres nicht bewusst. Traditionell feiern die Schweden die Sommerwende am Wochenende zwischen dem 20. und 26. Juni statt. Dies hat zunächst zur Folge, dass am Donnerstag davor ein Ansturm auf die „Systembolaget“, also die einzigen staatlichen Alkohol-Verkaufsstellen (im Supermarkt darf nur max. 3,5%iges verkauft werden), der seinesgleichen sucht. Ungefähr vergleichbar mit dem Ansturm auf Bäckereien an Silvester. Am Freitag findet dann um 14 Uhr sozusagen der Midsommar-Startschuss statt. Der Maibaum wird am Dorfplatz aufgestellt, begleitet durch traditionelle Musik mit Geigen und „Quetschkommode“. Sobald der Baum steht, beginnen die Menschen Hand in Hand in einer großen Spirale um den Baum zu tanzen und traditionelle Lieder zu singen, das Haupt mit einem Blumenkranz geschmückt. Sie müssen das erlebt haben!! Ich bin mir permanent vorgekommen, als wäre ich Protagonistin in einem Lindholm-Film – einfach wunderschön!

Für die meisten Schweden beginnt mit Midsommar ihr Sommerurlaub.

Tipp Nr. 4 und 5: Stockholm in 12 Stunden inkl. Schären-Tour

Die mehr oder weniger intuitive Wahl unserer Urlaubs-Destination Dunkers-Mälby hatte nur einen „vernünftigen“ Aspekt: Schwedens Hauptstadt sollte mit einem Tagesausflug erreich- und erlebbar sein. Da die Stockholmer Parkhäuser sehr teuer sind, entschieden wir uns dazu, ab Mariefred mit der Bahn weiter zu fahren und erreichten ab dort völlig stressfrei und ohne Umstieg in knapp 45 Minuten gegen 9.00 Uhr das Herz der Metropole. Auch für nicht Bahnreisende lohnt sich ein Besuch des ehrwürdigen Central-Bahnhofs aus dem Jahre 1871. Direkt beim Zugang zu den Gleisen befindet sich ein „Design-Bolaget“. Wer auf ausgeklügelte, stylische Design-Highlights im skandinavischen Stil steht, wird hier fündig. Wir haben eine Knoblauch-Wippe gekauft und sind sehr gespannt, ob das Prinzip funktioniert.

Vom Bahnhof gingen wir direkt in die Altstadt „Gamla Stan“, die auf einer der 14 Inseln liegt, auf denen Stockholm gebaut ist. Bereits auf den ersten paar Metern wird klar, wieso die Begeisterung für die schwedische Hauptstadt allgemein so groß ist. Wasser, Brücken, mondäne Gebäude, Schiffe – dies vereint mit der skandinavischen Gelassenheit zieht jeden Besucher unweigerlich in seinen Bann.

Meinen Fotoapparat habe ich während der nächsten 12 Stunden so gut wie nie weg gepackt, denn Stockholm hat so unglaublich viele Facetten. Gamla Stan begeistert durch seine schmalen Gässchen und die strahlenden Fassaden der in warmen Tönen getünchten Farben. Goldige „Schnick-Schnack-Boutiquen“ reihen sich an zahlreiche Bars und Restaurants und wahre Süßigkeiten-Tempel mit Schaumküssen, bunten Zuckerstangen und Lakritze. Dazwischen immer wieder kleine Boutiquen mit ausgefallenen Kleidern. Hätten wir nicht so knallharte Maximal-Gewicht-Vorgaben von Swiss, dann hätten wir uns dem Shopping-Vergnügen nicht entziehen können. Planen Sie unbedingt ausreichend Zeit für diesen schönsten Stadtteil Stockholms ein und gönnen Sie sich eine Zimtschnecke im Café Chokladkoppen am Stortorget, dem wunderschönen Platz im Herzen der Altstadt-Insel und direkt neben dem Nobel-Museum. Auch wenn Sie hier den „Hotspot-Aufschlag“ bezahlen – es lohnt sich!

Wenn Sie Ihren Stockholm-Tag in Gamla Stan starten, können Sie um 12.15 Uhr das Wachablösung-Spektakel am königlichen Palast mitnehmen.

Am Tag zuvor hatten wir bereits online eine Schären-Tour gebucht und so zogen wir los in Richtung Strandvägen, wo unser Motorschiff (Baujahr 1908) Östanå um 13.30 Uhr zur Archipelago-Tour ablegte. Die bildschönem, mondänen Häuserfassaden entlang des Strandvägens erinnern an glamouröse See-Bäder an der Côte d‘Azur. Prachtvoll!

Seien Sie unbedingt ca. 20 Minuten früher da, um einen Sitzplatz außen zu sichern. Die englisch geführte Tour dauert 2,5 Stunden und führt bis Vaxholm und zurück, vorbei an einigen der ca. 24.000 Schäreninseln. Es eröffnen sich unvergessliche Aus- und Ansichten unter anderem auf paradiesische Häuser und Anwesen und ein noch mal anderer Blick auf Stockholm. Und nebenbei erhalten die Füße eine willkommene Ruhepause. Vergessen Sie nicht, eine Jacke einzupacken!

Nach der Tour haben wir uns das benachbarte Viertel Östermalm angeschaut. Im Vergleich zu Gamla Stan wirkt es geradezu steril. Am Karlaplat sind wir in die U-Bahn-Stadion in Richtung Slussen (rote Linie) eingestiegen. Der Platz mit großem Springbrunnen und zahlreichen Bänken lädt zum Innehalten ein.

In Slussen haben wir unsere Tour durch das alternative Viertel „Södermalm“ gestartet. Und erneut zeigt sich ein ganz anderes, unkonventionelles Gesicht der Metropole. Hier haben die Fahrräder die Hoheit. Ein spannendes Gewusel hält die Augen und Sinne auf Trab. Eine Kneipe reiht sich an die nächste. Und Shopping-Begeisterte finden hier ihr Eldorado. Designer-Läden aber auch kleine Boutiquen bieten ein buntes Sortiment für jeden Geschmack. Und auf den Straßen (die wie San Francisco anmuten) steppt der Bär. Hier haben die Alternativen ihren Mikrokosmos mitten in Stockholm gefunden.

Zum Essen sind wir dann wieder ins weniger turbulente Gamla Stan zurück gefahren und haben im Restaurant Österlanggatan 17 lecker gespeist. Inmitten von Kräuter-Kübeln.

Da unser Zug erst um 20.40 Uhr startete, hatten wir Zeit, noch ein bisschen durch den Stadteil Norrmalm zu schlendern. Dies ist die „junge Shopping-Oase“. Austauschbar und so oder ähnlich in jeder Stadt zu finden, mit wenig Charme. Lediglich das altehrwürdige Kaufhaus „Ahlens“  ist sehr ansprechend und edel.

Nach ca. 18 gelaufenen Kilometern und mit vielen wunderschönen Eindrücken angereichert, fuhren wir nach 12 Stunden heim in unsere ruhige Oase. Und mit der Erkenntnis: Stockholm gehört zu meinen Top 5 Metropolen. Ich werde wieder kommen und dann mit mehr Zeit, um zum Beispiel Djugarden, die grünste der 14 Inseln zu erkunden.

Tipp Nr. 6: Speelmans-Stämma, hört sich doch an wie Baumstamm-Stämmen, oder?

Am Midsummar-Sonntag fuhren wir nach Malmköping. Dort sollte das Speelmans-Stämma stattfinden. Voller Vorfreude erwartete ich einen kleinen Wettkampf. Und wunderte mich noch, wieso überall kleine Musiker-Gruppen ihre Geigen stimmten und fleißig übten….. Bis ich mir dann irgendwann die Mühe machte und den Translator befragte „Musiker-Treffen“ lautete die Antwort und ich musste laut lachen. Diese Tradition entpuppte sich als wunderschön. Es wird traditionell musiziert und getanzt. Eine Art Walzer mit Diskofox-Elementen. Eine wahre Augenweide. Und so entspannt. Die besten Tänzer bekommen sogar einen kleinen Preis. Und erneut bin ich mir wie eine Protagonistin im Lindström-Film vorgekommen. Ein echt schwedisches Highlight.

Tipp Nr. 7: Sparreholms-Slott – paradiesisch gelegen

Eine der größten privaten Auto-Ausstellungen Europas mit ca. 60 Fahrzeugen befindet sich im Sparrholms Slott. Die Ausstellung haben wir nicht angeschaut. Das Schloss ist jedoch so bilderbuchmäßig gelegen, dass ein Besuch des Museumscafes eine sehr schöne Müßiggang-Gelegenheit bietet. Im Inneren des Cafés ist eine Jukebox-Ausstellung beheimatet. Freunde der Emaile-Schilder werden mit einer beeindruckenden Sammlung verwöhnt. Im Hintergrund laufen Klassiker aus einer Jukebox. Tipp: stellen Sie Ihr Fahrzeug am Friedhof am Anfang der Allee, die zum Schloss führt ab und genießen Sie das Schlendern durch die prächtige Lindenallee, die vermutlich 150 Jahre alt ist. Hubert schätzt, dass es sich um 228 Linden handelt. Keine Ahnung, wann er die gezählt hat. Sie können die kleine Halbinsel auch zu Fuß umrunden. Malerischer geht es kaum. Ein Ort, der eine ganz besondere Ruhe ausstrahlt.

Gleich nebenan am See Båven befindet sich ein schöner öffentlicher Seezugang mit kleinem Sandstrand, Steg und schattenspendenden Bäumen. Die Zimtschnecken sind fein.

Tipp Nr. 8: Auf den Spuren von „unserer Silvia“ in Schloss Drottningholm

Der Wohnsitz von König Carl Gustav und Königin Silvia liegt ca. 10 km außerhalb Stockholms auf der Insel Lovön im Mälaren und ist UNESCO Weltkulturerbe. Monarchien üben auf fast alle „Mädchen“ einen magischen Reiz aus und wenn die Königin dann auch noch Landsmännin ist, dann ist der Besuch ihres Schloss schon ein Muss. Wir haben den für die Öffentlichkeit zugänglichen Teil und das Chinesische Lustschloss im traumhaft schönen Park angesehen. Beides sehr geschichtsschwanger und imposant. Allerdings würde ich Ihnen empfehlen, stattdessen bevorzugt an einer Führung durch das Schlosstheater teilzunehmen. Es ist eines der best erhaltenen Barocktheater Europas und die Bühnentechnik ist ein absolutes Faszinosum. Achtung: melden Sie sich am besten gleich nach Ankunft für eine Führung an. Und planen Sie genug Zeit ein, um auch noch durch den prächtigen Schlosspark mit 3 verschiedenen Stilrichtungen zu wandeln und die Garten-Kunst mit einem gewaltigen Baumbestand, Teichen, Wasserspielen zu bewundern. Nicht umsonst wird Drottningholm auch als „Schwedens Versailles“ bezeichnet.

Tipp Nr. 9: und was sonst noch anders ist….

– im Land des Smörrebröd gibt es nahezu keine Bäckereien. Es wird viel Schwarz- und Toastbrot gegessen. Zumindest ein guter Grund, dann doch wieder ins „Seelen-Land“ heim zu kehren ;-)

– Sind Sie wie ich ein „Schluckspecht“ und trinken einige Liter Wasser am Tag? Dann ist Schweden Ihr Land! Zu „all you can drink“ Kaffee gibt’s auch überall all you can drink Vatten/Wasser. Und das Wasser hat im Land der Seen eine Top-Qualität

– Öffentliche Toiletten: wir Deutschen sind in Sachen Karten-Zahlung ja noch etwas verhalten. In Schweden werden auch Kleinstbeträge mit Karte bezahlt. Für die öffentlichen Toiletten in Stockhom benötigen Sie allerdings 5 SKR in bar

– Da wir während der EM in Schweden waren, hatten wir das TV-Gerät hin und wieder an. Den Kommentator mussten wir ja nicht zwangsläufig verstehen. Ansonsten haben wir die langen Abende (wenn es um 24 Uhr immer noch dämmrig ist, verändern sich die Schlaf-Gewohnheiten) mit Kniffeln und Backgammon verbracht. Vergessen Sie also Ihre Reise-Spiele nicht

Stechmücken und Fliegen: vielleicht lag es an der Jahreszeit oder an der Region, aber am Bodensee hat es definitiv weitaus mehr „Schnaken“ als in Schweden. Dafür hat es enorm viele Fliegen. Aber die machen ja nichts – außer nerven.

– Vergessen Sie Ihre Schlaf-Brille nicht!!

– Die Preise: wenn Sie Selbstversorger sind, können Sie beim Discounter in bekannter Manier einkaufen. Die meisten Lebensmittel sind dort im Schnitt zwischen 10 und 20% teurer als bei uns. Mittagessen bekommen Sie recht günstig, es wird Mittagstisch angeboten. Teuer ist das Abendessen in „vernünftigem“ Restaurants“. Da zahlen Sie schnell 60 Euro für 2 Personen und haben dann aber durchschnittlich gespeist. Auf dem Land gibt es so gut wie keine Restaurants.

– Erwarten Sie nicht den deutschen Standard. In Schweden ist alles etwas einfacher gehalten, nicht so perfekt. Und genau das tut gut! Es hat wirklich was von einer Puppenstube

– Die Smartphone-App „resrobot“ hilft, Zugverbindungen zu checken

Nach 12 Tagen ging unser Schweden-Abenteuer dann leider zu Ende. In keinem Urlaub zuvor haben wir uns so gut erholt! Wenn Sie Entspannung suchen, dann ist ein Cottage auf dem Land die richtige Wahl. Die Region um Malmköping ist sehr schön. Was Sie hier nicht finden, sind hübsche kleine Städtchen. Dafür aber sehr freundliche Menschen, die immer fröhlich winken. Und eine wunderschöne, naturbelassene Landschaft. Schweden mit dem Wohnmobil zu bereisen ist sicher eine gute Wahl, weil man dann viel mehr sieht von der Schönheit des Landes. Denn aufgrund der Größe Schwedens fährt man von einer Attraktion zur nächsten häufig große Strecken.

Dass wir generell auf Schwedisch angesprochen wurden, ist wohl meinen blonden Haaren und meinem Namen geschuldet. Tatsächlich fühlte es sich für mich die ganze Zeit so an, als hätte ich hier schon mal gelebt. Vielleicht lag es aber auch einfach an den vielen im Wind rauschenden Birken, dass ich mich so heimisch und sicher fühlte. Als Baby wurde ich im Kinderwagen immer unter die Trauer-Birke gestellt und konnte die im Wind tanzenden Blätter beobachten, bis ich selig einschlief

Wie es auch sein mag; Schweden hat einen eigenen Zauber und ich bin froh, den Blick in diese Richtung bewegt zu haben. Adjö Schweden – bis zum nächsten Mal!!