Schmink-Tricks, die jünger machen Ideal-Make-up – nicht nur für Frauen 50+ (©triocean/iStock/GettyImages)

Je älter wir werden, desto mehr Nörgel-Punkte gibt es vor dem Spiegel, oder? Natürlich lassen wir uns davon nicht unsere gute Laune verderben. Und wenn wir wollen, schminken wir sie einfach weg. Ich zeig hier mal, wie das die Profis machen:

1.

Vor allem für reife, trockene Haut gilt: Vor dem Schminken erst mal eincremen. Das ist die beste Vorbereitung und verhindert, dass das Make-up fleckig wird. Kurz einziehen lassen und los geht’s

2.

Zuerst heißt es: Volle Deckung für Augenschatten. Ich benutze dafür einen Concealer mit Applikator-Schwämmchen. Der ist schön sanft zur Haut (richtig gut finde ich den „Maybelline Der Löscher Auge“, ca. 10 €). Kurz sanft einklopfen, die Übergänge verwischen und antrocknen lassen.

3.

Vom Eincremen zur Foundation © Ralph Hartmann

Jetzt wird die Foundation aufgetragen. Profis benutzen dafür ein Schwämmchen und für extra-trockene Haut ein angefeuchtetes. In Sachen Farbe gilt: Bloß nicht zu dunkel, das macht nämlich älter und wirkt künstlich. Den Farbton immer im Gesicht testen – am besten bei Tageslicht. Und er muss exakt den Hautton treffen, also lieber

einmal öfter ausprobieren. Ich bin – wenn es um Grundierung geht – ein echter MACFan . Dort kaufen nämlich auch die Profis, man wird gut beraten und es gibt unglaublich viele Nuancen.

4.

Ganz wichtig: die Augenbrauen, weil sie den Rahmen fürs Augen-Make-up bilden und schön geformt das Gesicht ausdrucksvoller machen. Bei spärlichen Brauen füllt ein Augenbrauenstift (möglichst passend zur Haarfarbe) Lücken auf und verschönt. Mit einem speziellen Bürstchen lassen sich störrische Härchen in Form bringen. Bei besonders störrischen kann man vorher etwas Haarspray auf das Bürstchen sprühen.

5.

Das hilft gegen müde Augen © Ralph Hartmann

Das beste bei müden Augen: Etwas Highlighter im inneren Augenwinkel am Unter- und Oberlid auftragen und zur Mitte hin sanft verwischen. (z. B. „Rodial Instaglam Magic Pen Glow“, ca. 29 €).

6.

Brauner Lidschatten ist die Lieblingsfarbe der meisten Visagisten, wenn das Make-up schön natürlich sein soll. Braunen Augen verleiht er einen samtigen Schimmer, blaue Augen lässt er richtig intensiv strahlen. Auf dem beweglichen Oberlid neben dem Highlighter auftragen und nach oben hin sanft verwischen. Dann ab Mitte des Unterlids als Lidstrich unterhalb des Wimpernrands auftragen.

7.

Diesen Augen kann niemand widerstehen © Ralph Hartmann

Um die Augen noch mehr zu betonen, zieht man mit braunem Kajal einen Lidstrich direkt am oberen Wimpernrand – und zwar von innen nach außen. Make-up-Anfänger setzen sich dafür am besten an einen Tisch und stützen den Schmink-Arm am Tisch ab. Dieser Lidstrich ist die Soft-Alternative zum Eyeliner.

8.

Jetzt sind die Wimpern dran. Natürlich haben wir nicht alle solche Bambi-Wimpern wie unser südafrikanisches Model Chris. Aber mittlerweile gibt es genau deshalb immer mehr Mascaras, die verdichten und verlängern (Meine Favoriten in Sachen Volumen: „Max Factor Mascara 2000 Calorie“, ca. 6 €. Richtig sichtbar verlängert: „Helena Rubinstein Spectacular Extension“, ca. 35 €). Profis tuschen so: Zuerst Farbüberschüsse vom Bürstchen an einem Kleenex abstreifen. Dann am oberen Wimpernrand ansetzen und mit leichten Zickzack-Bewegungen vom Ansatz zur Spitze tuschen. Mit dieser Technik erwischt man garantiert alle Härchen. Falls irgendwo noch zu viel Farbe ist, am besten mit einem Wimpern-Kamm entfernen. Natürlich kann man dafür auch ein altes Mascara-Bürstchen nehmen, das man vorher abgewaschen und getrocknet hat.

Am Unterlid wird die Mascara senkrecht, nicht quer wie oben, angesetzt. So verhindert man Schminkpatzer und kann ganz gezielt tuschen. Apropos Schminkpatzer – die lassen sich am besten mit einem in Abschmink-Lotion getunkten Wattepad entfernen.

9.

Rouge gibt den Extra-Touch © Ralph Hartmann

Zeit fürs Rouge. Bei einem kühlen, leicht blaustichigen Teint wirkt die Farbe Rosenholz besonders schön natürlich. Für einen wärmeren, leicht gelbstichigen Teint ist Apricot perfekt. Und wer nach Wochenende am Meer aussehen möchte, nimmt Terracotta-farbenes Rouge. Am besten funktioniert Puder-Rouge, weil es sich besser dosieren lässt. Hier sollte man in einen guten Pinsel investieren, das zahlt sich aus! Den Pinsel ins Rouge-Puder tunken, am Handrücken abklopfen, damit man nicht zu viel Farbe erwischt und vom höchsten Punkt der Wangenknochen in Richtung Schläfen streichen.

Auch hier gilt: am besten bei Tageslicht auftragen, damit das Ergebnis möglichst natürlich wird.

10.

Mit der Zeit nimmt die Lippen-Pigmentierung ab, die Farbe verblasst. Visagisten-Trick: die Lippenkontur mit einem Konturenstift nachziehen – am besten in der Farbe, in der später auch die Lippe ausgemalt wird. Wir haben fürs Foto mal etwas übertrieben und die Farbe dunkler gewählt, damit man gut erkennen kann, wie die Kontur verläuft und vor allem, dass sie möglichst exakt sein muss. Sobald man damit fertig ist, einfach mit der Fingerspitze die Farbe zur Mitte hin leicht verwischen. So bekommt man einen sanften Farbverlauf. Wenn man auf Nummer Sicher gehen will – die Allround-Idealfarbe ist Rosenholz, weil sie so natürlich aussieht und jeder Frau steht (mein Liebling ist der neue von Clarins, „Nude Rose Nr. 03“, ca. 17 €). Übrigens, wenn man wissen möchte, wie die Original-Lippenfarbe in der Jugend aussah: einfach auf die Lippen beißen. Wenn sie gut durchblutet sind, erkennt man den Farbton.

11.

So betonen sie ihre Lippen © Ralph Hartmann

Zum Schluss werden die Lippen ausgemalt. Visagisten benutzen, wenn sie jemanden jünger schminken wollen, keinen Lippenstift, sondern Gloss. Der betont die Lippen ganz sanft und lässt sie schön glänzen. Die besten Jung-Farben sind Rosenholz, mattes oder kräftiges Rot und mattes Pink. Absolutes No-Go ist dunkler Lippenstift, weil er das Gesicht hart aussehen lässt und den Mund kleiner macht.

12.

Das Ergebnis © Ralph Hartmann

Und so frisch und strahlend sieht es aus, wenn man alle Tricks beherzigt hat.

Viel Spaß beim Ausprobieren wünscht euch

Ute

PS: Falls beim Schminken Fragen auftauchen – ich beantworte sie super-gerne!