Wunschlos glücklich – so geht das!
©Portra/E+/GettyImages

Lebensträume – sie sind das große Versprechen vom Glück. Und wenn wir über den einen großen Traum nachdenken, schweifen unsere Gedanken auch wie von selbst zu dem, was wir schon alles erlebt und erreicht haben. Was uns glücklich macht.

Während unserer Lebenstraum-Kampagne haben mich Worte einer Kollegin erreicht, die mich gleich beeindruckten. Sie schrieb: „Ich habe lange nachgedacht, aber mir wollte einfach kein Lebenstraum einfallen. Dafür ist mir aber aufgefallen, wie viel Traumhaftes ich schon erlebt habe und immer wieder erlebe – in meiner Beziehung, auf Reisen, durch die Musik und auch in meinem Job, der gar nicht so weit weg ist von einem Traumjob. Und viele dieser Träume sind in Erfüllung gegangen, ohne dass ich sie vorher geträumt hätte!“

Das hat mich fasziniert. Kein Traum, den sich jemand erfüllt hat, sondern ein Statement, wie wunderbar doch das Leben ist. Mit der Kollegin musste ich mich unbedingt austauschen. Bei einem Kaffee erzählten wir uns mehr. „Früher habe ich immer gedacht ‚wenn ich das und das erreicht habe, dann wird alles gut und ich bin glücklich! Dann hatte ich das und das erreicht, aber jetzt passte irgendwas anderes nicht, und wieder war’s nix mit dem Glücklich-Sein. Aber im Laufe der Zeit habe ich begriffen, dass es gar nicht so wichtig ist, dass alles passt“, sagte sie. „Man lernt viel mehr zu schätzen und einen Blick dafür zu entwickeln, wie viel Glück man doch hat. Und dass es sinnvoll ist, sich auf die Dinge zu konzentrieren, die man selber verändern kann, anstatt sich an Dingen abzuarbeiten, die unerreichbar sind oder die schlicht nicht in meiner Hand liegen.“ Die Kollegin nahm einen genussvollen Schluck aus der Tasse. „Träume sind in einer gewissen Weise auch dafür da, einem die Zielrichtung vorzugeben. Einen selber zu motivieren, die Dinge in die Hand zu nehmen. Sorgen, Ängste, Zweifel gehören natürlich dazu. Aber echte Zufriedenheit, die hängt davon ab, was man aus dem macht, was das Leben einem zur Verfügung stellt.“

Woher sie das hat, fragte ich sie. Sie lächelte. „Bei meinem ersten Liebeskummer hat ein Freund mir damals gesagt: „Kopf hoch, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht: Alles Schlechte hat auch eine gute Seite!“ Diesen Satz habe ich verinnerlicht. Klar, ich kann traurig sein, dass es heute in Strömen regnet. Aber so kann ich wenigstens ohne schlechtes Gewissen faul auf dem Sofa rumliegen. Es ist auch einfach schön, sich über die kleinen Dinge im Leben zu freuen. Das Erblühen der Bäume im Frühjahr, tief berührende Musik auf einem Konzert oder im Urlaub ganz allein an einem Strand zu stehen und auf das Meer zu schauen.“

Was für eine schöne Sicht auf das Leben. Das Gespräch hing mir noch lange nach. Bald erreichte mich auch eine Erzählung von Marlis, deren Worte mir ebenso das Herz wärmten. „Ich habe mir eigentlich alle Lebensträume bis jetzt erfüllen können“, schreibt Marlis. „Das Glück liegt im Kleinen und Alltäglichen.“ Was sie sich einstmals mit jungen 17 Jahren gewünscht hat – Führerschein, einen Hund, ein Kind bekommen – ist alles in Erfüllung gegangen. Nun kann sie sich sogar über vier Kinder und fünf Enkelkinder freuen. Ein paar Träume hat sie aber auch noch. Sie würde gerne eine Reise mit Kamelen in der Wüste machen. Und an die Pole reisen und die faszinierenden Eislandschaften dort sehen. „Doch, wie gesagt“, schließt Marlis, „der eigentliche Lebenstraum ist der Seelenfrieden. Essen, Trinken, Freunde und vor allem Familie.“

Wunschlos glücklich sein – das können nicht Viele von sich behaupten. Was bringt Ihnen Glück ins Leben?