Nachhaltiges Wissen: Ein Interview mit unserer Referentin für Nachhaltigkeit

„Nachhaltigkeit“ ist seit mehreren Jahren in aller Munde. Dabei geht es zum einen um Konzepte für den Erhalt unserer natürlichen Ressourcen, zum anderen aber um Maßnahmen, gesellschaftliche Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten weltweit zu überwinden. Dabei beschäftigen wir uns unter anderem mit der Frage der Herkunft unserer Produkte und unter welchen Umständen sie produziert wurden. Wie arbeiten die Menschen in den Fabriken, wie werden sie entlohnt, wie wird mit ihnen umgegangen? Wir engagieren uns bereits seit langem in Sachen Nachhaltigkeit. Bei Peter Hahn gibt es für dieses Thema eigens eine Mitarbeiterin: Wir haben Patrizia Strupp getroffen und ihr ein paar Fragen zu ihrer persönlichen Einstellung und zu ihren Aufgaben bei Peter Hahn gestellt.

1. Wir hören gerade überall von Nachhaltigkeit und nachhaltigem Handeln. Was bedeutet Nachhaltigkeit für Sie?

Patrizia Strupp: Für mich bedeutet das in erster Linie, achtsam mit Mensch und Umwelt umzugehen. Wir sollten immer daran denken, dass wir zukünftigen Generationen eine lebenswerte Umgebung hinterlassen. Natürlich ist Nachhaltigkeit primär auf die Zukunft ausgerichtet, aber für mich bedeutet es auch, dass wir fürsorglich miteinander umgehen – sowohl privat als auch beruflich, hier und heute.

2. Welchen Stellenwert hat Nachhaltigkeit bei Peter Hahn?

Patrizia Strupp: Bei Peter Hahn hat Nachhaltigkeit einen hohen Stellenwert und ist sogar in der Unternehmensstrategie verankert. Das resultiert nicht zuletzt aus unserer über 50-jährigen Firmentradition. Dass wir das Thema sehr ernst nehmen, zeigt auch, dass bereits 2012 eigens dafür eine Stelle geschaffen wurde. Seit dem bin ich als Referentin für Nachhaltigkeit bei Peter Hahn.

Wir legen schon immer hohen Wert auf hochwertige Naturmaterialien von Seide über Alpaka bis zu Kaschmir. Und selbstverständlich achten wir darauf, dass diese Materialien unter menschenwürdigen Arbeitsbedingungen weiter verarbeitet werden und unserem Kunden beim Kauf ein gutes Gefühl geben.

3. Seit  wann beschäftigt sich Peter Hahn mit dem Thema?

Patrizia Strupp: Man könnte sagen, wir beschäftigen uns seit Firmengründung mit diesem Thema, nur gab es den Begriff der Nachhaltigkeit in den 60er Jahren noch nicht in der Form wie heute. Aber es gab bei Peter Hahn schon immer eine Vielzahl von Aktivitäten rund um das Thema Nachhaltigkeit. Meine Aufgabe ist es nun, diese Aktivitäten zu bündeln und sie weiterzuentwickeln. Und ich muss sagen, dass ich seit meinem ersten Tag mit großem Engagement und Spaß bei der Sache bin. Denn schließlich geht uns Nachhaltigkeit ja auch alle an.

4. Was sind die konkreten Maßnahmen?

Patrizia Strupp: In meinen Arbeitsbereich fällt vor allem das Thema menschenwürdige Arbeitsbedingungen bei unseren langjährigen Partnern. Hier geht es zum einen um Überprüfungen, die von externen unabhängigen Prüfinstituten wie beispielsweise dem TÜV durchgeführt werden. Zum anderen geht es um Schulungen der Lieferanten und der Mitarbeiter vor Ort. Um hier Synergien nutzen zu können, ist Peter Hahn seit Januar 2013 Mitglied in der Business Social Compliance Initiative (BSCI). Diese Initiative umfasst mehr als 1.500 Unternehmen, die sich einem gemeinsamen Ziel verschrieben haben, nämlich den menschenwürdigen Arbeitsbedingungen in der Lieferkette. Auch an der Anzahl der Unternehmen, die sich bereits in der BSCI zusammengeschlossen haben, erkennen Sie sehr gut, dass das Thema Nachhaltigkeit eine immer höhere Gewichtung bekommt.

Im Berufsalltag tausche ich mich also viel mit den Lieferanten aus, entweder persönlich bei Peter Hahn oder direkt vor Ort in den Fabriken, denn es ist wichtig, dass sich unsere Lieferanten sowohl der Bedeutung des Themas für uns als Unternehmen als auch für unsere Kunden bewusst sind. Nur wenn die Sozialstandards eingehalten werden, können wir auch unseren hohen Qualitätsstandard halten.

5. Was haben die Kundinnen/Kunden davon?

Patrizia Strupp: In erster Linie kaufen unsere Kundinnen zusammen mit unseren Produkten aus hochwertiger Qualität und ausgesuchten Materialien auch ein gutes Gefühl. Das Wissen darum, dass sich Peter Hahn um einen nachhaltigen Umgang mit unseren Ressourcen und um menschenwürdige Arbeitsbedingungen kümmert, schafft Vertrauen und nicht zuletzt auch Transparenz. Der Kauf eines Kleides oder von Schuhen ist immer mit Emotionen verbunden. Wir wollen, dass unsere Kundinnen mit einem guten Gefühl und einem ruhigen Gewissen bei uns einkaufen können.

6. Woher weiß ich als Kunde, welches Unternehmen den nachhaltigen Gedanken verfolgt? Gibt es eine Art Qualitätssiegel?

Patrizia Strupp: Dies ist eine schwierige Frage, denn es gibt eine so große Anzahl von Qualitätssiegeln, dass der Verbraucher oft noch mehr verwirrt wird durch diesen „Siegel-Dschungel“. Denn jedes Siegel deckt unterschiedliche Aspekte ab: einmal geht es um den nachhaltigen Anbau der Baumwolle, einmal um faire Löhne. Viele Siegel beinhalten auch mehrere Aspekte. Das macht es für viele Menschen schwer einen Überblick zu behalten. Wir wollen das für unsere Kundinnen möglichst einfach und gut verständlich gestalten. Deshalb haben wir uns für eine Mitgliedschaft in der BSCI entschlossen. Durch die unabhängigen Überprüfungen von Fabriken und dem gemeinsamen Streben der Mitglieder nach menschenwürdigen Arbeitsbedingungen entsteht ein Konsens in der Branche, von dem wir alle profitieren – die Arbeiter vor Ort, die Handels- und Hersteller-Firmen sowie unsere Kundinnen und Kunden.