Unsere Gast-Bloggerin Julia Bauer berichtet über ihre Spätsommerreise nach Krk. Julia ist TV-Journalistin, Moderatorin und Sprecherin. Heute lebt sie nach langer Auslandserfahrung in Köln und nimmt für den auto motor und sport channel verschiedenste Vierräder unter die Lupe, moderiert die DRF1-Nachrichten sowie diverse hochkarätige Veranstaltungen auf Deutsch oder Englisch. 2014 und 2015 wurde Julia wurde auf einer großen deutschen Plattform für die Vermittlung für Moderatorinnen und Moderatoren zur „beliebtesten Moderatorin“ gewählt.

Zugegeben, der diesjährige Sommer hat sich schon überdurchschnittlich lange in den Herbst hineingezogen. Und dennoch: Wenn die Sonnentage dann zu Ende gehen und die erste Grippewelle anrollt, wünscht man sich nichts sehnlicher als eine letzte sommerliche Zugabe.

Und genau deswegen habe ich mich mit meiner Freundin und Fotografin Amrei Czeschick auf den Weg nach Kroatien gemacht: Ein letztes langes Wochenende am Meer, bevor wir dann zufrieden unseren heimischen Kleiderschrank auf Strickpullover umstellen.

Eine gute Entscheidung – denn die Insel Krk nahe Rijeka vereint auf ihrer kleinen Fläche alles, was es braucht um einen Kurztrip in den Sommer mit seinen Facetten zu erleben: In den zu dieser Zeit fast menschenleeren Felsenbuchten genießen wir die salzige Meeresluft, am Sandstrand von Baska baden wir unsere Füße das letzte Mal in diesem Jahr im Mittelmeer und in der Stadt Krk schlendern wir durch lichterfüllte Gassen, umsäumt von herrlich duften den Blüten.

Mein ganz persönliches Highlight ist jedoch die Zipline Edison in in Baska Primorsko-Goranska: Mithilfe eines Klettergurtes werden wir an einem massiven Drahtseil befestigt und sausen mehrere hundert Meter über die hügelige Landschaft der Adriaküste hinweg. Die Betreiber Klaudio und Igor erklären uns genau, wie man am Ende der Strecke bremst. Schritt für Schritt üben wir den Ablauf an dem so genannten „Kindergarten“, einer kurzen Trainingstrecke, bevor wir dann wortwörtlich losgelassen werden. Das ist Freiheit pur. Und mit genügend Schwung kommen wir auch ans andere Ende, ohne uns mit den in Sicherheitshandschuhen verpackten Händen an dem Seil entlanghangeln zu müssen. Erinnerungen, die wahrlich nicht nur wegen des schönen Wetters im Kopf bleiben.

Unser Rückweg zum Hotel führt uns vorbei an mehreren Schafherden sowie ortstypischen, fliederfarbenen Blumen, die in Kroatien zur Herstellung von Kosmetika verwendet werden. Reibt man sie zwischen seinen Fingern, entsteht ein Geruch, der nach Sommer und Spa zugleich duftet. Eine willkommene Abwechslung nach der aufregenden Fahrt durch die Luft.

Zeit also, sich auch kulinarisch vom Sommer zu verabschieden. Und das kann man auf einer Insel natürlich am besten mit einem leichten Fischgericht. Einfach nur auf der Terrasse zu speisen wäre  ja zu leicht gewesen  – daher schlägt uns das Restaurant Kantunic in Selce vor, doch mitzukochen. Warum eigentlich nicht?! Und so bekommen wir eine Einführung ins Ausnehmen von Makrelen, um ein absolut individuelles Gericht zuzubereiten: Fischfrikadellen. Die Geschichte der Region will es, dass jede Frau die leichten Bällchen aus Fisch, Maismehl und Gewürz kochen können muss, um ihrer Persönlichkeit Ausdruck zu verleihen. Denn die handgefertigten Klopse sind genauso groß und geformt wie die zusammengedrückte Hand der kochenden Dame selbst. Amrei und ich erweisen uns hier jedoch als recht ähnlich: Denn als sie ihre Kamera einmal aus der Hand legt um mir zu helfen, entstehen Frikadellen, die meinen zum Verwechseln ähnlich sehen. Sind die Teller erstmal dekoriert, geht es zu Tisch. Unsere Kochstunde ist ein Erfolg und zusammen mit Brot aus schwarzer Sepiatinte lassen wir uns unser Meisterwerk schmecken.

Unser abschließender Verdauungsspaziergang führt uns durch ein ganz besonderes Gebiet Selce: Den einzigen Hundestrand der Region mit einer Bar, an der es nicht nur Bier fürs Herrchen, sondern auch alkoholfreies Hundebier fürs Wauchen gibt. Auch wenn es mittlerweile spät und schon ein wenig kühl geworden ist: Gassigehen bei Wind und Wetter gibt es dann erst zu Hause wieder.