Gewinner unseres Monats-Gewinnspieles „Hören“

„Mit allen Sinnen gewinnen“ – so lautet der Titel unseres großen Gewinnspieles, mit dem wir Sie von Februar bis Juni auf eine Reise der Sinne mitnehmen. Im Mai drehte sich alles um den vierten Sinn „Hören“. Gesucht war die kreativste Antwort auf die Frage, was Sie mit Ihrer Lieblingsmelodie verbinden. Die folgende Antwort hat uns besonders begeistert und wird mit einem privaten „SofaConcert“ von sofaconcerts.org im Wert von € 500,00 belohnt, bei dem ein beeindruckender Künstler live bei Ihnen zu Hause auftritt.

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern fürs Mitmachen und freuen uns auf Ihre Antworten bei unserem aktuellen und letzten Monatsgewinnspiel zur „Reise der Sinne“.

Die Gewinner-Antwort zum Thema Hören.

Hedda G. aus Hamburg

Der Ruf des Muezzins in aller Frühe – in den ersten Tagen in Tunis schreckte ich auf, nur um festzustellen, dass mir der Wecker anzeigte, dass bis zur erfrischenden Dusche noch Zeit blieb, eine Weile im Bett den Tag zu planen. Nach einigen Wochen war dieser Ruf nicht mehr schrill in meinen Ohren. Er ist vertraut und lässt sich einordnen in die übrigen fremdartigen Geräusche des Tages: Die lockenden Rufe der Straßenhändler, die durch ihre Gesten, mit denen sie die Waren feilbieten, eine Art Übersetzung liefern. 

Dann auf dem Bazar, wenn es an einem Stand mit Lederwaren oder Schmuck nach der oberflächlichen Betrachtung doch zu ernsthaften Verkaufsverhandlungen kommt, da braucht man zunächst schon den Rat eines Landeskundigen. Die vorher laut im Konzert der übrigen Händler tönende Stimme des Anbieters wird plötzlich leise. Er zieht die Kundin sofern sie in männlicher Begleitung ist, in eine Ecke seines ‚Reiches‘, die durch einen Vorhang vor neugierigen Blicken halbwegs geschützt ist. 

Nun beginnt er mit leiser, etwas rauer Stimme mit dem Verkaufsgespräch und erklärt mir, dass seine goldenen Armbänder und schmalen Goldreifen die edelsten auf dem ganzen Bazar seien. Sein Ton nimmt etwas Beschwörendes an, er streut ein paar französische Wörter ein, er versucht, mich, die „chère Madame“, davon zu überzeugen, dass nicht einer oder zwei, sondern mindestens sechs oder sieben der schmalen goldenen Reifen an den Arm von ‚Madame‘ gehören. Mit geschickter Bewegung streift er sie über meinen Arm und streicht leicht über den Schmuck, ohne mich direkt zu berühren. Das sanfte, sirrende Geräusch, das jetzt zu hören ist, muss er geübt haben. Obgleich wir längst zum Kauf entschlossen sind, lassen wir ihm seinen Erfolg, der ihn sichtlich stolz macht. Als ich bezahlen will, murmelt er etwas Missbilligendes. Ich kann nur an seiner Mimik erkennen, was er meint. Als mein Begleiter lächelnd seine Geldbörse zückt und ihm das Geld gibt, verbeugt er sich gemessen vor uns und wünscht uns Allahs Segen und noch etwas, das ich nicht verstehe.

Als Hassan, mein mehrsprachiger Begleiter, es mir später übersetzt, werde ich doch leicht rot. Das merkt aber nur mein Begleiter, denn inzwischen haben wir zu einem späten Mittagsimbiss ein Lokal betreten, das in einem Kellergewölbe liegt. In diesem hohen Raum geht es laut und lebhaft zu. Es wird geschlürft und geschmatzt – und damit das Behagen an den Speisen ausgedrückt. Wir suchen uns eine Ecke, in der wir von der Live- Musik etwas mitbekommen.

Fremdartig ist zunächst der Klang einer etwas heiseren Flöte, die von einem Gamben-ähnlichen Zupfinstrument und einem  Cello begleitetet wird. Doch nach wenigen Minuten bezaubert mich der Klang der ruhigen Melodien. Sie erinnern an das abendliche leichte Rauschen der Bäume in lauer Luft nach der Betriebsamkeit und Wärme des Tages. Ich fühle mich geborgen im fremden Land, ich beginne allmählich, seinen Rhythmus zu verstehen.“

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