Grundsätzlich gilt: Je lockerer die Frisur, umso besser die Jung-Wirkung.
Nicht umsonst ist Meg Ryans fransiger Kurzbob nach wie vor die Nummer Eins in Sachen Lieblingsfrisur, wenn es darum geht, die Uhr zurück zu drehen. Jung-Faktoren sind bei ihr ganz klar die aufspringenden Spitzen, richtig viel Volumen und ein Blond, das aussieht, wie nach einem langen Urlaub am Meer.

Auf den Schnitt kommt es an!

Bei feinem Haar sind Stufen im Deckhaar und weiche Fransen in der Kontur ideal, weil sie  Volumen und Schwung geben, die beide als Jungmacher gelten. Naturgewelltes Haar wird mit zunehmendem Alter oft noch spröder und wirkt leicht plusterig. Ein Spezial-Schnitt mit fedrigen Stufen sorgt dafür, dass die Haare weich ineinander fallen und das Gesicht sanft umspielen, statt störrisch abzustehen.
Auch extra-glattes Haar braucht Soft-Stufen, um nicht einfach nur so durchzuhängen. In Sachen Pony gilt: bloß nicht zu kurz. Am besten sind weiche Ponyfransen, die bis fast ans Auge reichen. Vor allem bei ausgeprägten Stirnfalten ist ein softer Longpony die ideale Anti-Age-Lösung, weil er Falten einfach wegmogelt.

Kurz oder lang? Alles eine Frage des Typs

Vergessen Sie den Spruch: lange Haare machen alt! Manche Frauen sehen nämlich ganz toll aus mit einer gepflegten Mähne, die bis an die Schulter reicht oder die Schulter bedeckt. Vor allem, wenn die Haare schön dick sind – egal, ob glatt, wellig oder lockig. Für den Jung-Kick müssen sie allerdings schön kompakt geschnitten sein und glänzen. Ausgefranste Spitzen und null Glanz sind wieder kontraproduktiv.
Auch ganz kurze Haare können toll aussehen zu einem markanten Gesicht. Hier ist allerdings Make-up angesagt, damit die Frisur nicht zu androgyn macht. Immer entweder die Augen oder den Mund betonen, je nachdem, was das Highlight ist. Was immer geht, sind stufige Kurzhaarschnitte mit einer längeren, stufigen Nackenpartie oder gleich langes Haar zwischen Kinn- und Schulterlänge.

Ein Fall für Dr. Bob

Der Bob von kurz bis schulterlang ist nach wie vor der All-Time-Favorit in Sachen Jung-Frisur. Dabei sollte man unbedingt darauf achten, dass der Übergang vom Pony zur Kontur nicht zu hart wird, weil die Züge sonst ebenfalls härter wirken. Das Zauberwort ist auch hier: Fransen. Mit fransiger Kontur und Fransenpony wird der Bob nämlich zum echten Jung-Hit, weil er eine nicht mehr ganz so feste Gesichtskontur schön umschmeichelt.

Die Jung-Styling-Tricks der Profis

Für einen ganz natürlichen Look, der einen echten Jung-Effekt hat, wird bei feinem Haar erst einmal Volumen-Schaumfestiger ins handtuchfeuchte Haar geknetet (z. B. „Big Sexy Hair Root Pump Volume Spray“, 50 ml ca. 7 €). Bei dickem und strapaziertem Haar benutzt man als Festiger am besten eine Styling-Creme, die strukturgeschädigtes und trockenes Haar bei jedem Föhnen repariert (z. B. Bumble und bumble Repair Blow Dry“, 150 ml, ca. 35 € bei hagel-shop.de). Lockiges Haar braucht speziellen Lockenfestiger, der dafür sorgt, dass die Locken nicht kraus werden, perfekte Sprungkraft bekommen und gesund glänzen (z. B. „Kérastase Construction Boucles d’Art, 150 ml, ca. 25 €). Dann föhnt man die Haare zuerst einmal fast trocken.

Bei feinem Haar bürstet man dabei immer kreuz und quer gegen die Wuchsrichtung, weil das schon mal Volumen gibt. Und dickes oder lockiges Haar muss natürlich auf jeden Fall in Wuchsrichtung geföhnt werden oder an der Luft trocknen, weil es sonst noch üppiger wirkt. Danach föhnt man das Haar entweder über eine Paddle Brush in Form – das ergibt Volumen und sanfte Bewegung. Oder man benutzt eine Rundbürste dafür. Je größer die Bürste, umso großzügiger wird der Innen- oder Außenschwung.

Haare hoch!

Auch bei Hochsteckfrisuren setzt man am besten auf Lässigkeit, wenn die Frisur jung wirken soll. Nach dem Hochstecken rundum ein paar Strähnchen herauszupfen, das wirkt natürlicher und gleichzeitig verjüngt der Look noch.

Farben mit Anti-Age-Wirkung

Übrigens wirkt auch die richtige Haarfarbe wie ein Jungkick. Warme Blondtöne wie Gold, Champagner und Weizen sowie softes Braun – am besten mit ganz vielen feinen Strähnchen in zwei bis drei unterschiedlichen Nuancen – wirken echt Wunder. Dagegen lassen extreme Töne wie Platinblond, Henna-Rot und dunkle Brauntöne oder Schwarz den Teint leicht müde aussehen und verstärken Fältchen & Co. noch zusätzlich.

Geschickt getrickst

Höchste Zeit für die nächste Coloration und keine Zeit für den Friseur? Um einen grauen Ansatz zu kaschieren, eignet sich auswaschbares Ansatz-Kaschierspray wunderbar. Es wird einfach scheitelweise aufs trockene Haare gesprüht und bleibt dort, bis es wieder ausgewaschen wird (z. B. „L’Oréal Hair Touch Up“, 75 ml, ca. 10 €, in Blond, Hellbraun, Braun und Schwarz erhältlich).

Egal, wie auch immer unser Haar sitzt, wichtig ist doch eigentlich nur, dass wir uns selbst nicht zu kritisch und streng sehen, oder?! Mein Lieblingszitat zum Thema „Jugendlichkeit“ stammt von Carl Ochsenius (1830-1906), einem deutschen Geologen: „Es kommt nicht darauf an, wie alt man ist, sondern wie man alt ist“.

In dem Sinne wünsche ich uns allen die nötige Gelassenheit und ganz viel Lebensfreude.

Liebste sonnige Grüße aus dem Süden schickt Euch
Ute

Fotos: www.ralph-hartmann.com