So ein Städtetripp ist ja alles andere als ein Erholungsurlaub. Selbst wenn man die Stadt mit öffentlichen Verkehrsmitteln erkundet, sind die Wege vom großen „U“ bis zum letztendlichen Einstieg oft endlos. Da braucht es zwischendurch eine Stärkung.

Aufgrund eines Tipps sind wir im „Bellini“ (http://bellinilounge.de/wordpress/) gelandet. Eine Bar in der Oranienburgerstraße mit den besten Cocktails (ja, ich gestehe, Plural ;-)), die ich je getrunken habe. Der berühmt berüchtigte Berliner Ostwind hat wie immer alles gegeben, so auch mein Cocktail „Hurricane“, er hat mir in einen wohligen, erholsamen Tiefschlaf beschert.

Voller Tatendrang bin ich dann gestern zur Plus-Size-Messe „Curvy is sexy“ durchgestartet. Von Kreuzberg aus wäre ich tatsächlich nahezu gleich schnell auf der Insel meines Herzens, Mallorca. Ach so, zur Erklärung: Die Curvy is sexy findet in diesem Jahr in der Havel auf der „Event-Insel“ statt. Mitten in Spandau. Ich weiß nicht wie es Ihnen geht, aber ich musste unweigerlich an den Hit aus den 80er-Jahren „Gold“ von Spandau Ballett denken. Das Messegebäude auf einem stillgelegten Firmengelände hat seinen ganz eigenen Charme. Vom Großstadttrubel ist hier rein gar nichts zu spüren.

Gesehen in Berlin: Die Plus-Size-Trends für Herbst/Winter

Zunächst schaue ich mir die Modenschau an. Wo im Geburtsjahr der CiS noch hauptsächlich Models in Gr. 40 zu sehen waren, flanieren nun sexy Curves in einer schönen Bandbreite an Konfektionsgrößen über den Laufsteg – darunter übrigens auch vier Models, die auch bei mir unter Vertrag sind. Das ist konsequent und richtig, schließlich handelt es sich bei der Curvy is sexy um eine Plus-Size-Fachmesse. Bei meinen Besuchen im Fashionzelt musste ich nämlich leider feststellen, dass einige der Models auf den Designer-Shows grenzwertig mager waren.

Ca. 70 Aussteller präsentieren die Herbst/Winter Trends 2015. Die Farbthemen, die ich gestern bereits im Fashionzelt gesehen habe, ziehen sich natürlich auch hier durch. Es fällt mir außerdem auf, dass im Plus-Size-Bereich mit mehr Blau gearbeitet wird, was ich sehr begrüße. In Kombination mit Maisgelb und Ecru kommt das besonders edel. Ein großes Thema bleiben Ponchos in unterschiedlichstem Design. Außerdem wird viel mit Kunstfell gearbeitet. Muster werden auch hier zu unifarbenen, klaren Designs kombiniert. Sallie Sahne bietet spannende Materialien mit Haptik an, die ein wenig an Jackie O. erinnern.

Ein italienisches Label arbeitet viel mit Schwarz. Kurven können ganz wunderbar unterstrichen werden mit schmal geschnittenen Kleidern, die genau an den Stellen mit Drapierungen und Raffungen bestückt sind, an denen wir Frauen mit Format es lieben. Das modische Spektrum ist so breit gefächert wie seine potentiellen Kundinnen unterschiedlich sind. Das ist eine tolle Entwicklung, denn nicht immer hatten kurvige Frauen die Qual der Wahl. Ich treffe auch einen alten Bekannten wieder. Adam Brody, Designer aus Zürich, stellt ebenfalls Teile aus seiner sehr edlen Kollektion aus. Die Schnitte sind klar und puristisch, wie ich es mag. Die Materialien könnten hochwertiger nicht sein.

Ein El-Dorado für Frauen mit Format

Mein Resümee: Die Curvy is sexy hat sich etabliert und ist ein El-Dorado für Frauen mit Format. Vorbei die Zeiten, in denen nur Size 0 eine Rolle in der Modeszene spielte.

Was ich allerdings schade finde: Warum wird diese Messe auf eine Insel fern vom Hauptgeschehen ausgelagert? Da entsteht erneut das Gefühl der Separierung.