Für unsere Füße gibt es ganz sicher nichts Schöneres als endlich raus aus dem Stiefkind-Dasein mit dicken Socken, Stiefeln & Co. zu kommen und dafür in luftige Sandalen und Sandaletten zu schlüpfen. Allerdings macht die Frühlingssonne leider auch winterliche Pflege-Schwächen sichtbar. Unter der Fußsohle haben wir keine Talgdrüsen. Deshalb bildet sich hier auch ganz schnell Hornhaut. Vor allem an Stellen, auf die viel Druck ausgeübt wird.

Was Füße am liebsten tragen – oder auch nicht

Klar, High-Heels machen schön lange Beine. Allerdings warnen Orthopäden immer wieder vor ihnen, weil das Körpergewicht beim Absatz-Tragen auf den Vorderfuß kippt. Das wiederum drückt auf die Ballen und sorgt für verkrampfte Zehen und auf lange Sicht für verkürzte Sehnen. Diese Fehlbelastung kann wiederum Rücken- und Hüftprobleme verursachen.

Deshalb empfehlen Profis: Möglichst häufig barfuß laufen, am besten über Sand oder Gras und die Absatzhöhe immer wieder variieren. Perfekt für zwischendurch sind Sandalen mit Fußbett (z. B. von Scholl oder Birkenstock)

Pediküre – so machen’s die Profis

Erst einmal heißt es: Abtauchen! Und zwar im angenehm warmen Fußbad. Mein Favorit: das „Weidenrinden-Fußbad“ von Hildegard Braukmann, weil es die Haut schön weich macht und gleichzeitig erfrischt (200 ml ca. 8 €). Das Bad sollte allerdings nicht länger als 15 Minuten dauern, weil die Haut sonst zu sehr aufweicht. Danach sind Haut und Nägel optimal vorbereitet für die Pediküre.

Zunächst werden die Fußnägel mit einer Nagelzange auf die richtige Länge gekürzt und dann in Form gefeilt. Wichtig: Die Ecken nicht abschneiden, weil die Nägel sonst einwachsen können. Mein Tipp: Mineral- oder Diamant-Feilen, weil sie kleine Risse mit mikrofeinen Kristallen versiegeln. Und immer in eine Richtung feilen, weil der Nagelrand sonst ausfranst. Weil meine Nagelhaut ebenfalls immer trocken ist, habe ich mir angewöhnt, sie nach jedem Duschen und Eincremen mit einem Neem-Nagelölstift (von Dr. Hauschka, ca. 11 €) zu pflegen. Dabei schiebe ich sie mit der Spitze des Stifts ganz leicht zurück.

Nach dem Feilen geht’s ans Polieren. Von einem Nagelprofi hab ich den Tipp bekommen, dafür einen Wildleder-Polierer (von Tana, ca. 12 €, bei Douglas) zu nehmen, weil er besonders schonend und trotzdem effektiv ist. Zuerst gibt man spezielles Glanzpuder („Manoa Cristal“ von Tana, 5 g ca. 12 €, bei Douglas) auf den Polierer und massiert es dann in die Nageloberfläche ein. Die Mikrokristalle des Puders versiegeln die Nageloberfläche und machen sie ganz glatt. Und – je glatter die Nageloberfläche, desto schöner glänzt sie –

ideal für alle, die nicht lackieren wollen – und desto länger hält auch der Lack darauf. Fürs Lackieren müssen die Nägel fettfrei sein, damit der Lack nicht gleich wieder blättert. Zuerst kommt eine Schicht Unterlack drauf. Der schützt vor Verfärbungen, wenn man intensive Töne aufträgt. Mein Tipp für alle, die es immer eilig haben: Schnelltrocknender Base Coat (z. B. „Revlon Quick Dry Base Coat“, ca. 9 €).

Besonders schön finde ich in dieser Saison ein Wassermelonen-Rot („essie Nail Lacquer Watermelon“, 13,5 ml ca. 8 €), weil es auch auf heller Haut ganz toll aussieht. Und mit dem sogar kurze Fingernägel einfach attraktiver wirken. Ganz wichtig: die Farbe zweimal auftragen. Jeweils mindestens 10 Minuten trocknen lassen. Und danach einen Überlack drüber pinseln, damit die Farbpracht auch möglichst lange hält (z. B. „OPI Top Coat“, 15 ml ca. 16 €), den kann man übrigens auch als Unterlack benutzen).

Extra-Bonbon einmal pro Woche

Mein absoluter Lieblings-Tipp für samtweiche Vorzeige-Haut ist Pflege mit Schlamm. Wer schon mal in der Blauen Lagune auf Island durch den Schlamm gewatet ist, weiß, dass seine Mineralien ein hervorragender Weichmacher sind. Der Schlamm löst Hornschüppchen und schützt die Haut gleichzeitig vor dem Austrocknen. Leider kann man die isländische Silicia-Maske nicht mehr bestellen. Stattdessen setze ich jetzt auf Schlamm aus dem Toten Meer. Der macht die Haut ebenfalls schön weich, verhindert, dass sie austrocknet und kurbelt den Selbstheilungs-Prozess bei rissiger, rauer Haut an. Ich trage die „Dermud Intensive Foot Cream“ (100 ml ca. 19 €) einmal pro Woche messerrückendick auf und lasse sie beim Fernsehen oder Lesen oder beim Glas Wein auf der Terrasse in dicken Socken einwirken.

Betthupferl für die Füße

Für alle, die wie ich, zu Hause am liebsten barfuß oder in Flipflops herumlaufen und zu sehr trockener Haut neigen, ist täglich Verwöhn-Pflege angesagt, damit die Füße in Vorzeige-Form bleiben. Vor dem Schlafengehen trage ich meine Pflegecreme messerrückendick auf und ziehe Fleece-Socken drüber. Die Belohnung am Morgen: Samtfüße!

Übrigens benutze ich eine Hand-und Fußcreme, weil ich es überaus lästig finde, noch mal aufzustehen, um mir die Hände zu waschen. Meinen Liebling („human + kind Hand & Elbow- & Foot Cream“, 50 ml, ca. 8 €) habe ich in einem Drugstore in Kapstadt entdeckt, man kann die Creme aber auch in Deutschland kaufen. Die Verpackung ist richtig hübsch! So dekorativ, dass sie nicht sofort wieder in die Nachttisch-Schublade muss ;-)

Fit-Tricks für müde Füße

Heiße Füße nach einem langen Tag sind ein Fall für Eisspray. Mein Liebling: das „Cooling Ice Spray Pedix Feet“ von Alessandro (75 ml ca. 10 €). Es vitalisiert und erfrischt mit ätherischem Pfefferminzöl, das beim Einatmen auch den Rest des Körpers erfrischt. Müde Füße beleben diese Muntermacher-Übungen direkt: Barfuß 2 Minuten lang pro Fuß über einen sogenannten Massage-Igel (ca. 2 € im Drogeriemarkt) hin- und her rollen. Oder ein Tuch mit den Zehen vom Boden aufheben. Mit jedem Fuß 5x.

Auch gut: die Füße mit gestreckten Beinen abwechselnd auf und ab wippen lassen. Dann nacheinander zuerst gegen und dann mit dem Uhrzeigersinn kreisen lassen. All das macht die Zehen schön beweglich, die Füße schlank und wirkt gleichzeitig noch wie Bodybuilding für die Venen und sorgt so für perfekte Durchblutung.

Bei der Recherche für dieses Thema haben mich die Fakten zum Thema Füße echt beeindruckt – hier sind sie:
Unsere Füße bestehen aus ca. 30 Knochen und Gelenken, 60 Muskeln, 100 Bändern und 200 Sehnen – echte Meisterwerke – die uns Tag für Tag durchs Leben tragen. Grund genug dafür, öfter mal DANKE zu sagen, oder?? Ich lege meine jetzt hoch und mache Feierabend!

Ganz liebe sonnige Grüße von
Ute

 

Foto-Credits: www.ralph-hartmann.com