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Baumwolle ist eine der beliebtesten Naturfasern. Die Baumwollpflanze (wissenschaftlich Gossypium genannt) ist weder ein Baum noch produziert sie Wolle. Vielmehr handelt es sich um einen Strauch aus der Familie der Malvengewächse. Und wie die namensgebende Malve trägt er im Sommer schöne, große, farbenfrohe Blüten.

Die weichen Wattebäusche bildet die Pflanze nach der Blüte aus. Sie schützen mit ihren dichten Fasern den Baumwollsamen, die Früchte der Baumwollpflanze. Aus diesen Fasern, die je nach Baumwollart und Herkunft unterschiedliche Längen haben können, entsteht dann durch Verspinnen das Baumwollgarn. Die Faserlänge beeinflusst ganz entscheidend die Feinheit des Stoffes. Es gilt: Je länger das Fasermaterial, desto feiner.

Die Stoffe, die aus diesem Material gewebt werden, sind so vielfältig und variationsreich wie bei keinem anderen Garn. Mode aus Baumwolle darf in keiner Garderobe fehlen. Viele T-Shirts, Jeans und Pullover sind aus Baumwolle. Aber wussten Sie, dass Baumwolle auch in anderen Bereichen genutzt wird? Taue und Seile sind oft aus Baumwolle, ebenso wie manche Fischernetze, Planen, Zelte. Und auch für Feuerwehrschläuche wird manchmal noch Baumwolle benötigt. Kommen Sie mit uns auf eine Reise durch die Geschichte dieser beliebten Naturfaser.

  1. Geschichte der Baumwolle
  2. Eigenschaften der Baumwolle
  3. Bauwollanbau heute
  4. Bio-Baumwolle

1. Geschichte der Baumwolle

Erste Baumwoll-Funde

Baumwolle ist eine sehr alte Kulturpflanze und kann auf eine lange, ereignisreiche Geschichte zurückblicken. Es waren gleich vier Völker, die zeitgleich diesen wertvollen Rohstoff und dessen Verarbeitung entdeckten. Die ältesten Belege stammen aus Indien. Dort fand man Spuren, die auf das Jahr 6.000 v. Chr. datiert werden konnten. Aber auch im vorderasiatischen Raum, in Arabien, Syrien und in Ägypten wird seit vielen Tausend Jahren Stoff aus Baumwolle hergestellt. Was viele nicht wissen: Auf dem amerikanischen Kontinent fand eine ähnliche Entwicklung statt. Für die Kulturen in Südamerika war Baumwolle ein sehr begehrtes Gut, das teuer gehandelt wurde. Es war nur für den Adel bestimmt. Aztekenkönige trugen farbige Mäntel aus Baumwolle. Baumwollstoffe wurden als kostbare Geschenke überreicht.

Baumwolle in Europa

Nach Europa kam die Baumwolle erst um 1.000 n. Chr. Zu verdanken haben wir das den Mauren und Sarazenen, die diesen Stoff nach Spanien und Sizilien brachten. Stoff und Garn erlangten bald große Beliebtheit und wurden so hoch gehandelt wie Seide. Ein Luxusgut für den Adel, das mühsam aus Indien importiert werden musste. Es entstanden Handelsrouten, Kompanien und ein reger Wettbewerb. Reich wurde, wer schnell und günstig den langen Weg von Europa bis Südasien hinter sich bringen und die immense Nachfrage bedienen konnte. Im 15. Jahrhundert gipfelte dieses Rennen in der Entdeckung Amerikas durch Christoph Columbus, der ausgezogen war, einen schnelleren und kürzeren Seeweg nach Indien zu entdecken.

Weiterentwicklung der Baumwoll-Produktion

Im 17. Jahrhundert verlagerte sich der Fokus von Indien nach Nordamerika. Die Engländer begannen, den indischen Baumwollsamen in ihren neuen Kolonien anzubauen. Die Ernte war mühselig und langwierig. Es gab noch keine Maschinen und so mussten viele Arbeiter das von Hand erledigen. Teil eines traurigen Kapitels der amerikanischen Geschichte: der Sklaverei. 1764 erfand James Hargraves den mechanischen Webstuhl „Spinning Jenny“. 1793 folgte die Entkörnungsmaschine „Cotton Gin“, entwickelt von Ely Whitney. Beide Erfindungen veränderten im Zuge der industriellen Revolution die Herstellung und Verarbeitung von Baumwolle grundlegend.

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Doch erst 1920 kamen die ersten Erntemaschinen zum Einsatz und lösten das mühevolle Pflücken von Hand ab. Jetzt konnte Baumwolle effizient angebaut, geerntet und verarbeitet werden. Baumwolle wurde zur Massenware.

2. Eigenschaften der Baumwolle

Baumwolle ist weich und angenehm für die Haut. Sie ist strapazierfähig, pflegeleicht und kann gut Schweiß aufnehmen. Außerdem lässt sich das Material bestens bügeln. Hohe Temperaturen und die mechanische Belastung durch die Waschmaschine verträgt die Baumwolle gut. Dadurch ist sie sehr alltagstauglich und pflegeleicht. Wie widerstandsfähig Baumwolle ist, zeigt sich auch daran, dass sie bis zu 20 % des Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen kann, ohne sich klamm anzufühlen. Diese vielen Vorteile wiegen spielend die wenigen Nachteile des Materials auf: Baumwolle verfügt über eine recht schlechte Wärmeisolation und neigt zum Knittern. Damit Kleidung aus Baumwolle lange schön bleibt, sollten Sie bei der Pflege einiges beachten. (Mehr zur optimalen Pflege von Baumwolle finden Sie in unserem Blog.)

3. Bauwollanbau heute

Und wie wird Baumwolle heute angebaut? Die Hauptanbaugebiete liegen in Indien, China und in den USA. Dort wird die Baumwollpflanze meist einjährig kultiviert. Sie braucht ein trockenes Klima, denn Regen schadet den Wattebällchen. Dennoch benötigt die Pflanze viel Wasser, das durch künstliche Bewässerung bereitgestellt werden muss.

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4. Bio-Baumwolle

Fair, sozial, umweltbewusst und nachhaltig. So muss hochwertige Mode hergestellt werden, finden wir. Nachhaltigkeit liegt uns bei PETER HAHN sehr am Herzen. Deswegen führen wir eine ganze Kollektion, die aus nachhaltiger Baumwollproduktion stammt. Das Label Green Cotton by Peter Hahn ist nach dem führenden Standard für die Verarbeitung von Textilien aus biologisch erzeugten Naturfasern zertifiziert: Global Organic Textile Standard (GOTS).

Die gesamte Produktion der GREEN-COTTON-Kollektion wird von Anfang bis Ende nach strengen sozialen und ökologischen Kriterien ausgerichtet. Das beginnt beim Anbau der Biobaumwolle, die mit natürlichem Dünger und Pflanzenschutzmitteln behandelt werden und endet bei der Minimierung des Wasserverbrauchs. Die Kollektion ist nicht nur nachhaltig, sondern auch zeitlos modern.

Werfen Sie doch mal einen Blick auf unsere GREEN-COTTON-Kollektion und entdecken Sie umweltfreundliche und nachhaltige Mode in unserem Online-Shop.

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