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München im Ausnahmezustand: Die Wiesn lockt Millionen Menschen

Seit Samstag strömen sie wieder: Aus aller Welt kommen Menschen, um auf dem Oktoberfest zu essen, zu trinken und zu feiern. Die Promi-Dichte ist auch in diesem Jahr besonders hoch. Und wer nicht reserviert hat, hat es oftmals schwer, noch einen Platz in einem der vielen Zelte zu bekommen. Noch bis 5. Oktober lockt die bayrische Hauptstadt mit Maß, Hendl, Lewakaassemmeln und vielen feschen Dirndln.

Was Sie zum Münchner Oktoberfest wissen müssen

17. Oktober 1810: Zu Ehren des königlichen Brautpaares, das am 12. Oktober 1810 geheiratet hatte, fand auf der Theresienwiese das erste Pferderennen und damit der Vorläufer zum Oktoberfest statt. Der Name für diese „Wiese“ stammt übrigens von der Braut Prinzessin Therese.

O´zapft is

1910: Zum 100. Jubiläum wurden in der Pschorr-Bräurosl, dem damals größten Wiesn-Zelt mit 12.000 Plätzen 12.000 Hektoliter Bier ausgeschenkt. 1950 zapfte erstmals der Münchner Oberbürgermeister Thomas Wimmer das erste Oktoberfestfass an. Seitdem ist es Tradition, dass jedes Oktoberfest durch den Anstich des erstes Fasses durch den Oberbürgermeister und mit den Worten „O’zapft is“ eröffnet wird.

Jährlich 6 Millionen Besucher

Das größte Volksfest der Welt zieht jährlich rund sechs Millionen Besucher an. Neben Gästen aus den Nachbarländern Italien, Österreich und Holland, werden vor allem Besucher aus den USA, Japan und Australien immer zahlreicher.

Vom Volksfest zum Bierfest

Das Oktoberfest entwickelt sich immer mehr zum Bierfest: 2010 wurden rund sieben Millionen Maß ausgeschenkt. Popmusik, Schlager und das Tanzen auf Bierbänken erinnern stark an den Ballermann. Als „Gegenmaßnahme“ wurde 2005 die „ruhige Wiesn“ eingeführt: Festzeltwirte sollen erst ab 18 Uhr Partymusik spielen und davor bei bayerischer Blasmusik bleiben, damit das Volksfest auch für Familien und ältere Gäste attraktiv bleibt.

 

Von A bis Z: Die wichtigsten Wiesn-Begriffe

aufmischen:

Vorsicht, wenn jemand dir sagt: „I glaab, der kehat amoi aufgmischt!“. Dann drohen Prügel.

Brezn:

Der Bayer mag seine Brezel auf der Wiesn resch und neibochan, also knusprig und frisch gebacken. Und auf der Wiesn am allerliebsten im XXL-Format, als Riesenbrezn.

Baaz:
Davon gibt’s auf der Wiesn genügend: Matsch und Schlamm. „Pass auf, dass’d ned in’an Baaz tappst.“ Nicht zu verwechseln mit „Bazi“, dem Gauner oder Spitzbuben.

Cafe Viereck:

Da landet man gerne mal nach einer Maß zu viel: der Knast. Das berühmte Gefängnis Stadelheim in München wird liebevoll auch St. Adelheim genannt.

Dackl:
Nicht nur ein beliebter bayerischer Haushund und Oktoberfest-Maskottchen, sondern auch Schimpfwort. „Du damischer Dackl!“

Deandl, Dirndl:
Damit meint man ein Mädchen oder das berühmte Trachtenkleid. Keine Sorge, das ergibt sich meistens aus der Aussage: „Host des fesche Deandl im Dirndl g’seng?“.

Dellafleisch:
Auch, wenns nicht bayrisch klingt. Das „Tellerfleisch“ ist ur-bayrisch und ist ein gekochtes Rindfleisch, zum Beispiel ein Tafelspitz.

Diridari:
Davon kann man auf der Wiesn nicht genug haben: Geld. Denn von Jahr zu Jahr steigen hier die Preise: „As Wiesn-Bier is heier oba wieda deia.“

Eigschnappter:

Ein humorloser Mensch, beleidigt, eine „Lebawurst“ eben.

Fetzngaudi:
Es geht immer noch besser: Lustiger als eine Gaudi (der Heidenspaß) ist halt „a Fetzngaudi“.

Fleischpflanzerl:

So bestellt man auf der Wiesn eine Frikadelle oder Bulette.

Gamsbart:
A schena Gamsbart am Hut ziert einen ordentlichen Wiesn-Besucher.

Heigaign:
Bezeichnet eine dünne Frau. Auf der Wiesn wird man Sprüche wie „Mia san die kerndlgfuadadn liawa ois wia die Heigaign“ sicherlich öfter hören.

Heisl:
Meistens besetzt: das Klo

Kaasloawe:
Wer mal keine Lust auf „Hendl“ hat: Käselaib, mit Salz und Pfeffer serviert.

Kuaze:

Damit auch die Madeln was zum Schauen haben: In der kurzen Lederhose tragen die Herren ihre strammen Waden zur Schau.

Lewakaas:
Der berühmte Leberkäse, oft auch mit Semmel als  Lewakaassemme. Der Name ist allerdings irreführend: Beinhaltet der Lewakass doch weder Leber noch Käse.

Minga:
Klar: München

Noagerl:
Kommt auf der Wiesn selten vor: Der Getränkerest im Glas

obandeln:
Auf der Wiesn wird geflirtet, bis es kracht. Und zuhause wird’s dem Spezl erzählt: „I hob mit da Zenzi obandelt.“

Rauschada:
Kein seltener Anblick: Ein Betrunkener, meist allerdings in größeren Ansammlungen. „Hinterm Bierzelt holts wiada fui Rauschade.“

Spezl:
Auch Spezi genannt: Der gute Freund. Spezi kann allerdings auch der Cola-Mix sein, der auf dem Oktoberfest nur in Maßkrügen ausgeschenkt wird.

Uaviech:
Ein echtes Kompliment für Männer: Urtier, ein echter Mann. „Da Sepp, des is a rechts Uaviech.“

zupf de:
Nicht sehr nette Aufforderung zum Gehen: Verschwinde! Verpfeif dich! Auch „Schleich de!“