Tippen und Enter drücken.

Mein Mallorca-Tagebuch oder: Ein Fisch namens Peter

©trabantos/iStock/GettyImages Plus

Tag 1: Die Ankunft. Was kann einem besseres passieren, als vom Dauerregen am 1. Mai in die Sonne Mallorcas zu fliegen? Doch wenn die Vorfreude auch noch so groß ist, so hält  der Ankunftstag den Erwartungen oftmals nicht Stand. Schließlich muss man sich erst mit der Umgebung vertraut machen. Nachdem wir unsere schöne Ferienwohnung im wunderbar beschaulichen Colonia de Sant Pere bezogen hatten, machten wir uns natürlich sofort auf den Weg ans Meer. Die Uferpromenade ist zwar relativ neu „aufgepimpt“, aber trotzdem sehr ansprechend. Umrahmt von Bergen und mit Blick auf die Bucht von Alcudia, versprüht dieses kleine Fischerdorf seinen ganz eigenen unwiderstehlichen Charme. Hungrig wie wir waren, blieben wir gleich beim ersten Restaurant, dem „Sa Xarxa“ hängen. Die deutsche Inhaberin Sabine Hagström hat mit viel Gespür für Farbe und Stil dekoriert. Und  auch die Qualität des Essens begeistert uns. Ich habe meine erste Begegnung mit „Peter“, einem fangfrischen Fisch aus der Bucht und bin verzückt vom delikaten zarten Geschmack. Das war der teuerste aber auch beste Fisch, den ich je gegessen habe. Glückselig gehe ich ins Bett.

Tag 2 auf Mallorca: Botanischer Garten, Alpen, Britannien-Flair, Holland und Frankreich – alles an einem Tag.

Vielleicht ergeht es Ihnen ähnlich: man muss eine Nacht auf dem Boden des Urlaubslandes geschlafen haben, um wirklich angekommen zu sein. Wenn die Sonne dann noch ihre Muskeln zeigt, ist das Glück perfekt. Bei bereits 26 Grad am Morgen machten wir uns auf zu unserer ersten Erkundungstour. Es gab nur zwei Etappenziele, die wir im Auge hatten: Porto Colom im Südosten und Felanitx. Auf der Suche nach einem Supermarkt sind wir bei Capdepera (älteste erhaltene Stadtmauer Mallorcas) auf einer alten Straße Ma 4042 Ri. Son Severa gelandet, was sich als Glücksfall erwies. Wo man andernorts einen gezielten Ausflug macht und Eintritt bezahlt, eröffnete sich uns ein botanischer Garten, der die Sinne entzückt. Palmen, Olivenbäume, Aprikosenbäume, Zitronen, Tamarindenbäume, Ginster, blühende Blumenwiesen, Gerste und dazwischen gemütlich vor sich hin kauende Schafe, die sich durch nichts und niemanden aus der Ruhe bringen lassen. Ein Fest für Augen, Ohren und Nase.

In Porto Colom mit dem größten Naturhafen Mallorcas haben wir uns dann spontan für das Restaurant Colon an der Uferstraße entschieden. Die Inneneinrichtung ist spektakulär, aber auch unser Thunfisch-Sandwich mundete überaus lecker. Weil ich in einem Reisebericht über den als sehr besuchenswert beschriebenen Strand Es Trenc gelesen habe, lotste ich uns dorthin. Auf dem Weg, an einer unklaren Wegkreuzung, sahen wir eine Horde von Polospielern hinter einem weißen Ball her jagen. Da sowohl Hubert, mein Partner, als auch ich noch nie eins live gesehen haben, bogen wir spontan ab. Ich bin mir zwar noch nicht sicher, ob es den Tieren wirklich Freude bereitet, so gejagt zu werden, aber ein Schauspiel ist es auf jeden Fall. Und das Anwesen des Polo Club Barralina ein El Dorado an Schönheit. Eine gegnerische Mannschaft war übrigens aus Deutschland, nämlich das Team „Tom Tailor“. Ganz zufällig durften wir so ein bisschen „britisch air“ schnuppern und das Finale des „Copa de pascua“, des größten mallorquinischen Polo-Turniers erleben. Was auch erklärt, warum mindestens 100 prächtige Pferde residierten. Falls Sie auch mal naseweisen möchten:

Nicht weit davon entfernt fanden wir dann unser Ursprungsziel, die Platja des Trenc. Angesichts der Vorsaison rechneten wir nicht mit so einem Tumult und kehrten kurzerhand wieder um und suchten stattdessen die Salinen, die wir bereits im Landeanflug gesichtet hatten. Ein nicht ganz einfaches Unterfangen. Wichtig ist vor allem, dass Sie nicht bis Colonia Sant Jordi fahren, denn dort finden Sie nur die kleine Version. Die Saline „Flor de Sal d’Estrenc“ finden Sie zwischen De Campos und Colonia Sant Jordi. Wir sind im Sonnenuntergangslicht dort angekommen. Ein wahrlich himmlischer Eindruck. Die Salzberge, die sich wie die Alpen vor dem blauen Himmel abzeichnen. Ein unvergessliches Naturschauspiel. Für eine Führung kamen wir zu spät. Nicht aber für eine umfassende Beratung im Shop, der uns mit seiner Provence-Anmutung kurz vergessen ließ, wo wir eigentlich waren . Mit einem feinen Glas Weißwein und leckerem Salz-Geschmack auf der Zunge genossen wir die Abendsonne und die zauberhafte Stimmung, bevor wir uns auf den Heimweg machten. Felanitx sollte an diesem Tag nicht sein. Aber ein schöner Urlaubstag lebt vor allem von Spontanität. Wer intakte Windmühlen sucht, ist in der Gegend um De Campos übrigens goldrichtig.

Tag 3: Ein Tag auf einem mallorquinischen Markt

Wenn Sie es irgendwie einrichten können, ist der Markt von Pollença am Sonntagmorgen ein MUSS. Dort werden nicht nur Obst und Gemüse, sondern vor allem auch schöner Schmuck, Tuniken, Handtaschen und vieles mehr feilgeboten. Direkt am Hauptmarktplatz unterhalb der Kirche befindet sich der „Club Pollença“. Dass die Bezeichnung „Club“ nicht von ungefähr kommt, war uns sofort klar. Die männlichen, etwas betagteren Ur-Einwohner treffen sich am Sonntagmorgen in ihrem Club, so wie hierzulande noch mancher Herr zum Stammtisch geht. Nun ist es vermutlich ein ungeschriebenes Gesetz, dass die Stuhlreihe an den Fenstern den männlichen Ureinwohnern vorbehalten ist. Aber wie es der Zufall will, so wird mit unserem Erscheinen und noch im Wundern ob der Schönheit und dem Original dieser Lokalität mitten in der Fensterreihe ein Tischlein frei. Ja sie ahnen richtig, wir haben die Gelegenheit  sofort genutzt.  Wenngleich wir auch nur „geduldet“ waren in der Seniorenreihe, zumindest aber mit einem freundlichen Lächeln, so haben wir fortan dem Treiben auf dem Marktplatz gefrönt und es war ein unglaubliches Schauspiel untermalt durch Dixieklänge einer Straßenband. Nach so einem 33-Grad-heißen Sonntagmorgen trieb es uns ans anschließend ans Meer. Die seichte türkisfarbene Bucht von Alcudia ist für so Warmduscher wie uns genau das richtige. Die erste Berührung mit dem Mittelmeer – und das Anfang Mai. Ein leckeres Glas Sangria Cava im Hotel Alcudiamar Club direkt am Meer und mit Blick auf die Bucht perfektionierte unser Mallorca-Feeling an diesem Tag.

Bluse: https://www.peterhahn.de/peter-hahn-bluse-mit-3-4-arm-blau-weiss-721673.html

Tag 4: Zu Fuß über die Lieblingsinsel der Deutschen

So richtig intensiv entdeckt man jede Urlaubs-Destination am Besten per pedes. So packten wir unsere Badesachen und wanderten am Fuße des Naturschutzgebietes „Pennisula del Llevant“ zum Cap de Ferrutx (Start in Betlem). Der Eindruck war schon beinahe surreal. Links das Meer mit seinem türkisfarbenen Antlitz, rechts das Tramuntana Gebirge mit seinem alpinen Gesicht. Aufgrund der Brandrodungen vor vielen Jahren, wirkt es so, als ginge man unter der Baumgrenze – und das auf Meereshöhe. Die Flora und Fauna steht jetzt, im Frühjahr in ihrer vollen Pracht. Der Ginster betört mit seinem feinen Geruch. Und Phönix-Palmen, die wir zuhause nur mühsam durchbringen, sprießen hier wie Unkraut aus dem Boden. Die Sandstein-Formationen in den steileren Küstenabschnitten sind stille und faszinierende Zeitzeugen und das Grün der Pinienbäume wird in ihrem Angesicht noch intensiviert. Diese Ecke Mallorcas erinnert um diese Jahreszeit an das schöne Südengland. Wie ein Geschenk des Himmels entdeckten wir an einer verlassenen Fischerhütte eine kleine schattige Höhle auf Sanduntergrund und mit einem kleinen feinen Sandabschnitt, so dass wir ein Schläfchen machen und immerhin bis zum Bauch ins Meer stehen konnten. Die herrliche Ruhe wird höchstens durch segelnde Möwen unterbrochen.

Was Sie brauchen: festes Schuhwerk, ihr Badezeug, eine Kopfbedeckung und was zu trinken und optimalerweise einen Bocadillo.

Haben Sie Geheimtipps für Mallorca?

Ich hoffe, meine ersten Eindrücke von Mallorca haben Ihnen gefallen. Vielleicht konnte ich Sie ja auch ein wenig inspirieren. Wie es an Tag 5 weiter geht mit meiner Reise, erfahren Sie in wenigen Tagen hier auf dem Blog. Und falls Sie einen Geheimtipp für diese wunderschöne Insel haben, freue ich mich über Ihren Kommentar. Ich werde sicherlich schon bald wieder nach Mallorca fliegen und vielleicht habe ich dann ja die Gelegenheit, Ihren Tipp zu testen. Vielen Dank!