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Mein Traum: Im Heißluftballon zum Himmel steigen

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Fliegen! Alles loslassen und unbeschwert durch die Lüfte gleiten. Wer würde das nicht gerne? Heißluftballons sind eine ganze besondere Möglichkeit, das zu erleben. Ohne Motorengeräusch ganz harmonisch in die Höhe steigen bis die Menschen und Häuser unten ganz klein sind. Davon hat auch Kristina M. immer geträumt. Sehnsüchtig sah sie vom Balkon ihrer Wohnung in Hannover den farbenfrohen Ballons hinterher, die über den blauen Himmel schwebten. Sie glaubte nicht, dass sie so bald selbst in einem sitzen würde. Bis zu einer großen Überraschung.

„Zu meinem 60. Geburtstag schenkten mir meine Freunde eine Ballonfahrt“, erzählt Kristina. „Alle hatten zusammengelegt. Ich war unglaublich gerührt. Der Gutschein war an süßen Marienkäfer-Folienballons befestigt, die noch wochenlang an der Decke meines Wohnzimmers schwebten. Jedes Mal, wenn ich zu ihnen hochsah, musste ich lächeln. Und in ein paar Tagen würde es auch für mich losgehen.“

Ballonfahrten starten entweder frühmorgens oder abends vor Sonnenuntergang. Dann ist die Luft ruhig, die Thermik gering. Ideale Flugbedingungen. Kristina, die gerne morgens ausschläft, entschied sich für einen abendlichen Termin. Die Fahrt mit dem Ballon startete im Park vor der Universität mitten in Hannover. Wohin es ging, würde der Wind entscheiden. „Schon als das Ballonteam mit dem Anhänger auf die Wiese fuhr, war es aufregend. Gemeinsam luden alle den Korb aus und entrollten die Ballonhülle. Das Gebläse pustete zuerst kalte, dann heiße Luft in den Ballon, der sich langsam wie ein roter Riese wölbte.“ Im Korb war gemütlich Platz für acht gespannte Mitfahrer und den Ballonführer. Als sich die Hülle komplett gefüllt hatte, hieß es: An Bord!

Langsam füllte sich der Ballon
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„Es war ein unbeschreiblicher Moment. Wir lösten uns vom Boden, waren ganz schnell über den Bäumen und unter uns waren die vielen winkenden Menschen. Das Welfenschloss und die Herrenhäuser Gärten lagen uns zu Füßen. Als auch noch die Abendsonne herauskam, tauchte sie ganz Hannover in einen goldenen Schein. Wir blickten über die Altstadt, Wohnhäuser, Kirchen – bis zum Horizont, wo das Steinhuder Meer glitzerte.“ Kristina war überrascht, wie warm es im Ballonkorb war. Es war windstill, da der Heißluftballon immer mit dem Wind trieb. Und der Brenner strahlte Wärme ab. „Es war faszinierend ruhig da oben. Schnell ist man über dem Vogelgezwitscher, über jedem Autoverkehr. Es gibt keine lärmende Flugmaschine. Eine himmlische Ruhe.“ Der Wind trieb den Heißluftballon südwärts, vorbei am prächtigen Rathaus, über die Fontäne und die sportlichen Ruderer des Maschsees. „Ich sah alle diese Orte, die ich gut kenne, winzigklein von oben. Eine ganz andere Perspektive auf die Welt.“ Auf ihr Handy bekam Kristina Nachrichten von aufmerksamen Freunden: „Wir sehen dich!“

Über den Maschsee hinweg
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Hinein ins Abendrot
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Eine gute Stunde dauerte die Fahrt. Der Ballon trieb über Flussauen und Dörfer, Kinder winkten hoch und die tiefe Sonne malte lange Schatten auf die Landschaft. Dann wählte der Ballonfahrer einen Acker für die Landung aus und der Ballon sank langsam: „Festhalten!“ „Wir gingen im gepolsterten Korb in die Hocke“, erzählt Kristina gefesselt. „Vom Wind gedrückt, kam der Korb mehrfach auf dem Boden auf – wie ein flacher Stein, den man über das Wasser ditscht. Und dann kippten wir einfach auf die Seite um. Ein großer Spaß, ich musste so lachen.“

Nach der etwas ruppigen, aber harmlosen Landung verstauten alle zusammen Ballonhülle und Korb im Anhänger. Der Boden hatte die Ballonfahrer wieder. Kristina erhielt, wie alle erstmaligen Helden der Lüfte, nun ihre Ballonfahrertaufe mit Erde, Feuer und Wasser. In feierlicher Zeremonie nahm man sie in die Riege der adligen Aeronauten auf und überreichte ihr die schicke Urkunde. Dazu gehörte natürlich ein Sekt. Bei einem Gläschen im Sonnenuntergang ging der zauberhafte Ausflug an den Himmel zu Ende. Zum Wohl.