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Strände, Urwald und Kultur – Die Highlights Südindiens

Erkunden Sie Südindien mit uns

Unsere Gast-Bloggerin Julia Bauer berichtet über den Überraschungsbesuch ihrer Eltern bei einer Produktionsreise in Indien. Julia ist TV-Journalistin, Moderatorin und Sprecherin. Heute lebt sie nach langer Auslandserfahrung in Köln und nimmt für den auto motor und sport channel verschiedenste Vierräder unter die Lupe, moderiert die DRF1-Nachrichten sowie diverse hochkarätige Veranstaltungen auf Deutsch oder Englisch. 2014 und 2015 wurde Julia wurde auf einer großen deutschen Plattform für die Vermittlung für Moderatorinnen und Moderatoren zur „beliebtesten Moderatorin“ gewählt.

Die Arbeit mit dem Angenehmen zu verbinden ist nicht immer einfach. Vor allem, wenn man wie ich, über die Hälfte des Jahres beruflich unterwegs ist. Umso schöner also, dass meine Eltern mich im Anschluss an eine in Indien zu produzierende Reportage dort getroffen haben. Gemeinsam haben wir bei 25 bis 30 Grad im Schatten den Süden des Landes erkundet. Dabei entstanden sind unsere sonnigen Reise-Highlights:

Goa

An der mittleren Westküste Indiens gelegen ist Goa sicher der bekannteste Staat im Land. Neben Hippie-Kultur und bunten Märkten existieren hier auch etwas ruhigere Resorts, die zum Baden in den warmen Wellen und einer kleinen Auszeit nur so einladen. Ein Ausflug in die Hauptstadt Goas lohnt sich – 450 Jahre portugiesische Kolonialherrschaft haben ihre Spuren in Architektur und Religion hinterlassen. Mein Fazit: Strand und Leben à la Lissabon mal anders.

Hippie-Kultur und ruhige Resorts

Alleppey

Weniger bekannt dagegen ist Alleppey, eine Hafenstadt im südindischen Bundesstaat Kerala mit rund 170.000 Einwohnern. Im 18. Jahrhundert entwickelte sich das Fischerdorf unter der Herrschaft der Könige von Travancore zu einem der wichtigsten Seehäfen des Reiches. Heute ist die Gegend eher für die so genannten Backwaters bekannt: Ein verzweigtes Wasserstraßennetz im Hinterland der Malabarküste, das als Handels- und Verkehrsweg genutzt wird. Die typischen Lastkähne mit dem Namen „Kettuvallam“ bestehen teils aus Kokosfasern und werden heute zunehmend als Haus- und Ausflugsboote genutzt. Mein Fazit: Eine Bootstour ist hier Pflicht, um einen Eindruck vom Leben entlang der Wasserstraßen zu bekommen.

Weniger bekannt, aber mindestens genauso beeindruckend

Kochi

Unweit von Alleppey befindet sich die zweitgrößte Stadt Keralas: Kochi. Chinesische Fischernetze säumen die Küste der Stadt; Fischen ist eine der Haupteinnahmequellen der Landbevölkerung. Ein ganz besonderes Highlight ist hier „Kathakali“, eine der ältesten Tanzformen überhaupt. Die spektakuläre Mischung aus Tanz, Drama, Musik und Ritual stellt starke Charaktere mit lebendig bemalten Gesichtern und aufwendigen Kostümen in den Vordergrund. Geschichten aus diversen Hindu-Epen werden in regelmäßigen Vorführungen wiedergegeben. Dabei rollen die meist männlichen Künstler eindrucksvoll mit den Augen und schreien gar fürchterlich, wenn einem der Helden beispielsweise im Kampf gegen Dämonen die Nase abgeschlagen wird. Mein Fazit: Ein absolutes Must-See, das nichts mit den teils als primitiver empfundenen Stammestänzen anderer Touristenregionen zu tun hat.

Ein absolutes Must-See

Periyar-Nationalpark

Ebenfalls in Kerala gelegen, ist Periyar ein Tierschutzgebiet und Tigerreservat an der Grenze zu Tamil Nadu. Den 350 Quadratmeter großen Nationalpark erkundet man am besten zu Fuß. Zugegeben, halten sich die Tiger hier eher von den Touristengruppen fern, aber der Eindruck ist dadurch nicht weniger einmalig: In den Baumkronen brüllen die Affen, eine Elefantenherde führt ihren Nachwuchs zum Frühstück auf eine Wiese und die Lianen an den Bäumen lassen einen unweigerlich an die Erlebnisse von Tarzan und Jane denken. Mit einem Floss fahren wir über einen Stausee um am Ufer ein Bison zu entdecken. Mein Fazit: YES!

Tarzan und Jane lassen grüßen

Madurai

Im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu gelegen ist Madurai eine der ältesten Städte Südasiens. Hauptsehenswürdigkeit ist der hinduistische und damit extrem farbenfrohe Minakshi-Tempel.  Er stammt aus dem 12. – 13. Jahrhundert und ist Minakshi, einer Erscheinungsform der Göttin Parvati, und ihrem Gatten Shiva gewidmet. Laut Mythos haben die beiden hier geheiratet. Säulen, Hallen und auffällige Deckenornamente erstrecken sich über sechs Hektar. Grund genug also, sich mindestens einen halben Tag Zeit zu nehmen, um die zwölf „Gopurams“ (Tortürme) zu bestaunen und den Geschichten von Shiva und Parati zu lauschen, die lokale Guides hier gerne von sich geben. Mein Fazit: Fröhlicher kann ein Gotteshaus kaum aussehen. Wer den Spaß mitmachen will und sich im indischen Sari-Gewand zur Tempelbesichtigung begibt, kommt übrigens gut an und wird auf einem mal selbst zum begehrten Fotomotiv.

Geschichten rund um Shiva und Parati

Mumbai

Bis 1996 unter dem Namen Bombay bekannt, ist Mumbai die Hauptstadt des Bundesstaates Maharashtra und die wichtigste Hafenstadt des Subkontinents. Das kulturelle Zentrum bietet nicht nur eine Reihe von Theatern und Kunstausstellungen, sondern ist auch Zentrum der indischen Bollywood-Filmproduktionen. Studiotouren lohnen sich, genauso aber auch eine Tour durch die Stadt. Die Spuren der Briten sind hier nicht zu übersehen; das wohl imposanteste Beispiel davon ist der im Kolonialstil erbaute Chhatrapati Shivaji Bahnhof (ehemals Victoria Terminus), ein Transit für Millionen. Nach zehn Jahren Bauzeit wurde er 1888 eingeweiht. Mein Fazit: In Mumbai könnte man auch eine ganze Woche verbringen. Definitive Must-Sees: Das Gate of India Monument, das sagenumwobene Taj Mahal Hotel, die vielen kleinen Gassen mit ihren Straßenhändlern und eine frische Kokosnuss to go.

In Mumbai ruhig mehr Zeit einplanen